Schrecken ohne Ende? Die vergangenen Monate haben den Schuhhandel auf eine harte Probe gestellt. Seit September 2014 wurden mit Ausnahme des Dezembers rote Zahlen geschrieben. Auch der Jahreswechsel brachte keine Besserung. Die Frühjahr/Sommer-Saison kam bei langanhaltender Kühle schlecht in die Gänge, hinzu kamen hohe Vorgaben für die Monate Februar und März. Aufgelaufen stand der Schuhhandel laut der ERIX-Marktdatenbank Anfang April bei -10%.
„Die vergangenen Monate waren in ihrer Gesamtheit emotional eine eiskalte Dusche für den Handel“, sagt Sabu-Geschäftsführer Ralph Hanus im Gespräch mit schuhkurier. Die vergangene Herbst/Winter-Saison hat Spuren in der Psyche des Handels hinterlassen. Allerdings hebt Dr. Matthias Händle, Geschäftsführender Gesellschafter der HR Group, in seiner Analyse die Vorgaben aus den Vergleichsmonaten hervor. „Der Jahresbeginn 2014 war super. In den vergangenen Wochen sind wir in die graue Realität zurückgefallen.“ Zudem hätten sich aufgrund von aggressiven Aktionen im Onlinehandel die Marktanteile im März verschoben. „Auch lassen sich weiterhin abnehmende Kundenfrequenzen in den Innenstädten nicht wegdiskutieren“, so Dr. Händle. „Natürlich spielen die zum Teil hohen Vorlagen aus Anfang 2014 eine Rolle“, stimmt Prof. Siegfried Jacobs, Geschäftsführer des BDSE, zu. „Die Ursachen der schwierigen Entwicklung liegen aber tiefer. Insbesondere in den schwächelnden Besucherfrequenzen in den Innenstädten und im Wachstum des Online-Handels.“
ANWR-Warenvorstand Fritz Terbuyken sieht in der Entwicklung auch eine Folge der Strukturveränderungen in der Branche. „Während die Ausgaben der Verbraucher für Schuhe nicht signifikant steigen, steigt aber die Zahl der Anbieter im Markt – von Online-Playern, neuen Filialsystemen, Markenstores der Industrie bis hin zu großen Textil-Händlern. Neue Anbieter wie Primark und Co. haben die Preiswahrnehmung der Verbraucher verändert. Letztendlich bleibt der Kuchen gleich, die Stücke, die jeder abbekommt, verschieben sich. Wir sehen aber auch, dass die negative Entwicklung nicht für alle Unternehmen gilt – es gibt also durchaus andere Stellschrauben: z.B. ein wechselndes Warenbild im Laden, ein Sortiment jenseits der Uniformität, Nutzung von Multi-Channel. Daneben zählt nach wie vor das richtige Sortiment. Wer jetzt genügend sportliche Sneaker im Angebot hatte, dürfte sich nicht beklagen.“
Den ausführlichen Bericht lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 17/2015.