Die Frage beschäftigt die Branche seit vielen Jahren: Soll man sich als Händler mit einer Marke “verheiraten”? Die anwesenden Händler, Uwe Kröger, Marko Höhne und Claude Steinmetz sind der Meinung: Ja. Allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Marko Höhne: “Das wichtigste ist, dass eine Marke eine breite Zielgruppenansprache hat. Und der Hersteller muss in der Lage sein, ganzjährig attraktive Produkte zu liefern.” Gut beraten sei jeder Händler, mit mehreren Marken Kooperationen einzugehen – das minimiere das Risiko.
Nutzen Hersteller die Erfahrungen mit Monomarkenstores, um letztlich doch selbst Händler zu werden? Nadina Pellegrino (Ecco), Jens Bickenbach (Gabor) und Martin Hübner (Mephisto) schließen eine grundsätzliche Strategie in dieser Richtung aus. Bickenbach: “Sicher gibt es Fälle, in denen ein Monomarkenstore nicht so läuft, wie man sich das vorstellt. Dann ist der Hersteller oft Rettungsanker für den Händler und betreibt unter Umständen die Fläche selbst.” Pellegrino: “Wir verstehen uns als Manufaktur, als Traditionsunternehmen im Bereich der Schuhproduktion. Das macht unsere Glaubwürdigkeit aus. Und das werden wir nie vergessen.”
Wächst bei den Händlern derzeit das Bewusstsein dafür, ihr Geschäft permanent attraktiver zu gestalten? Die Innenarchitekten und Ladenbauer Christoph Unzen, Manfred Brockkötter (EBG), Hendrik Frickenhaus (Huber Ladenbau) und Martin Dentler (Real Innenausbau) wünschen sich mehr Engagement beim Handel. Oft scheitere ein Umbau an den finanziellen Möglichkeiten. Manfred Brockkötter sieht aber auch, dass Händler mehr Mut brauchen: “Vielfach muss man helfen, den Blick des Händlers zu schärfen. Etwa, indem man gemeinsam von außen auf ein Geschäft schaut und es objektiv bewertet. Das öffnet vielen die Augen.”
Alle Statements aus unserem Roundtable-Gespräch lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 22 – Special Brandstores & Ladenbau, die Ende des Monats erscheint.