Ihm seien Schuhe immer enorm wichtig gewesen, sagte Dieter Spiess bei seiner Verabschiedung am 28. Juni. Nicht zuletzt deshalb habe er 2012 alles daran gesetzt, mit einem eigens ins Leben gerufenen Schuhtag in der Schweiz für mehr Bewusstsein rund um die Fußbekleidung zu werben. In Bern fand der nationale Schuhtag seinerzeit statt, und er war, so Dieter Spiess, ein Riesenerfolg auch dank der umfangreichen Unterstützung aus Industrie und Handel. „Es war ein Super-Anlass“, resümierte Spiess bei seiner Verabschiedung. Damals schwebte ein roter Schuh als Heißluftballon über Bern. Auch beim ’Adé‘ des langjährigen Präsidenten war dieser Schuh im Einsatz – als leuchtendes Sinnbild für die ganze Branche.
Exklusiv in schuhkurier: Interview mit Dieter Spiess
Herr Spiess, ein Abschied nach so langer Zeit ist sicherlich kein leichter Schritt. Wie fühlt es sich an, das Amt des Präsidenten abzugeben?
Dieter Spiess: Ich gehe nicht mit Wehmut oder Groll, sondern mit Freude. Die 33 Jahre als Präsident von schuhschweiz haben mich vollends erfüllt. Es ist viel in dieser Zeit geschehen, vieles hat sich verändert. Aber der Absatz beim Schuh ist immer noch hinten. Für mich ist es ein Freudentag, wenn ich den Stab übergeben darf. Weil schuhschweiz, vor allem der Vorstand, sich auf diesen Tag seit vier Jahren vorbereitet hat. Wenn ich gehe, wird nicht alles anders werden, sondern wir setzen auf eine gewisse Kontinuität. Weil wir überzeugt sind, dass schuhschweiz ein großes Vertrauen beim Handel genießt. Es gibt kaum einen namhaften Händler, der nicht in irgendeiner Form mit uns verbunden ist. Das ist auch eine Verpflichtung. Ich empfinde es so, als gäbe ich ein Unternehmen ab. Mit dem Unterschied, dass dies hier eine non-profit-Unternehmung ist.
Wie wird es weitergehen?
Dieter Spiess: Wir haben das Glück, dass wir mit dem Vorstand, aber auch mit dem Vizepräsidenten, der nun mein Nachfolger ist, eine gute Lösung gefunden haben. Lukas Kindlimann ist Schuhhändler, er ist schon längere Zeit dabei, er kennt die Aufgaben, aber er wird die Dinge auf seine Weise angehen. Er wird es gut machen, davon bin ich überzeugt. Unsere bewährte Geschäftsführerin, Sabine Völlmin wird weiterhin und am gleichen Standort den Verband administrativ führen. Das ist wichtig! Es wäre nicht gut, wenn mit einem neuen Vorsitzenden auch die grundsätzlichen Strukturen verändert würden. Wir brauchen auch eine gewisse Ruhe im Verband, denn draußen ist genug Unruhe. Wir vollziehen den Wechsel in guter Kultur in gutem Einvernehmen. Ich bin weiterhin Schuhhändler und bleibe Mitglied. Aber ich werde mich ab jetzt nicht mehr in die Verbandsgeschäfte einmischen.
Das vollständige Interview lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 26.