Der Anteil der Verluste durch Diebstähle seitens der Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten und Servicekräfte beträgt rund 3,4 Mrd. Euro. Den Großteil davon verursachen mit 2,26 Mrd. Euro unehrliche Kunden. Die zweite Stelle im Diebstahlranking nehmen die Mitarbeiter mit rund 820 Mio. Euro ein und Servicekräfte entwenden Waren im Wert von ca. 300 Mio. Euro. Ein weiterer Posten der Inventurdifferenzen – 640 Mio. Euro – entsteht durch organisatorische Mängel wie falsche Produktauszeichnungen. Hinzu kommen Investitionen von jährlich rund 1,3 Milliarden Euro, das sind 0,3% vom Umsatz, in Präventions- und Sicherungsmaßnahmen, um seine Waren vor Diebstählen zu schützen. Insgesamt gehen dem Handel damit laut EHI durch Inventurdifferenzen und Investitionen in Sicherheitsmaßnahmen rund 1,3% seines Umsatzes verloren.
Dramatischer Anstieg bei schwerem Ladendiebstahl
Die Zahl der einfachen Ladendiebstähle ist seit 1997 nahezu kontinuierlich gesunken, allerdings hat sich die der schweren Ladendiebstähle, bei denen Sicherheitsetiketten entfernt oder verschlossene Vitrinen aufgebrochen werden müssen, in den letzten neun Jahren fast verdreifacht. Die polizeiliche Kriminalstatistik mit einer Dunkelziffer von über 98% besitzt dabei nach Angaben des EHI nur eine eingeschränkte Aussagefähigkeit. Aus dem durchschnittlichen Schaden der angezeigten Diebstähle und dem tatsächlichen Schaden im Handel ergebe sich, dass jährlich rechnerisch rund 26 Mio. Ladendiebstähle mit je einem Warenwert von 83 Euro unentdeckt bleiben. Die Erfahrungen der Händler zeigen, dass Diebstähle immer häufiger in organisierter Form durchgeführt werden. Die Täter gehen oft in Gruppen mit gezielter Aufgabenverteilung vor. Durch Diebesbanden entfällt nach EHI-Schätzungen wertmäßig rund ein Viertel aller Ladendiebstähle auf Bandendiebstähle und organisierte Kriminalität.
Diebstahlrenner
Am beliebtesten bei Dieben sind teure und leicht verstaubare Produkte oder Prestige-trächtige Markenartikel. Im LEH sind dies Parfüm, Kosmetik, Spirituosen, Rasierklingen, Tabakwaren. Der Textilhandel klagt in erster Linie über entwendete hochwertige Markenbekleidung, Accessoires, Lederjacken, oder Taschen. Und im Elektrohandel sind es Multimedia/Tonträger/Konsolenspiele, Smartphones und Zubehör sowie Speichermedien.