Damen-, Herren- und Kinderschuhe gehören ganz selbstverständlich zum Sortiment eines gut aufgestellten Schuhhauses. Darüber hinaus ergänzen Segmente wie Haus- und Sportschuhe und nicht selten Spezialitäten wie Golf- oder Tanzschuhe, Textilien und Accessoires das Angebot. Einige Schuhhäuser sammeln zudem aktuell Erfahrungen mit Berufs- und Sicherheitsschuhen. Dabei handelt es sich um Schuhmodelle, die dank bestimmter Merkmale – etwa eine rutschfeste Sohle, eine Zehenschutzkappe oder ein besonders stabiles Obermaterial – mehr Schutz bieten als normales Schuhwerk (siehe Kasten S. 37).
Der SABU in Heilbronn hat sich des Themas Berufs- und Sicherheitsschuhe als weiteres Standbein für den Schuhhandel angenommen. Unter SABU Protect hat die Verbundgruppe ein Projekt initiiert, das Händlern den Zugang zu diesem Segment ermöglichen soll. Verantwortlich sind Kay Wegerhoff, Leitung Geschäftsfeld- und Organisationsentwicklung, und Thomas Sans, Experte für Sicherheits- und Berufsschuhe und seit Herbst 2021 als Serviceberater im Team der Heilbronner Verbundgruppe.
Von der Idee zum Konzept
Die Idee, den SABU-Händlerinnen und Händlern mit dem Segment der Berufsund Sicherheitsschuhe ein neues Betätigungsfeld zu eröffnen, reifte in Heilbronn bereits im Jahr 2022. „Man sieht seit geraumer Zeit, dass Berufsschuhhersteller wie Engelbert Strauss es schaffen, Work- wear als Casualwear zu vermarkten. Hinzu kommt die Frage, wo mittelständische Unternehmen wie Steinmetz- oder Schreinerei-Betriebe ihre Berufsschuhe kaufen. Daraus ergeben sich Chancen für den Schuhhandel“, ist Thomas Sans überzeugt. So entstand das SABU Protect-Konzept, mit dem Händler ihr Sortiment um Berufsschuhe erweitern können. Sie können die entsprechenden Modelle in ihrem Laden und im Schaufenster prominent präsentieren. Hinzu kommt die Möglichkeit, aktiv auf die Handwerks- und Industriebetriebe in der Umgebung zuzugehen und sich als Anbieter für deren Berufs- und Sicherheitsschuhe zu empfehlen. Damit kann das Schuhgeschäft neben den bisherigen Vertriebswegen eine dritte Alternative für Betriebe sein, die ihren Mitarbeitenden Berufs- und Sicherheitsschuhe zur Verfügung stellen müssen. Neben dem Direktvertrieb durch die Hersteller erfolgt der Verkauf traditionell über einschlägige Vollausstatter. Wer privat das robuste Schuhwerk benötigt, weil er beispielsweise sein Eigenheim selbst umbauen will, nutzt meist das Angebot im Baumarkt.
Teilnehmerzahl erreicht
Im April 2022 startete das Team unter Führung von SABU-Geschäftsführer Stephan Krug das Projekt; im Juli 2022 wurden erste Händler in die Pilotphase einbezogen, um wichtige Fragen und Bedürfnisse der Händler und Lieferanten in der Praxis zu erkennen, zu prüfen und in der Konzeptentwicklung zu berücksichtigen. Auf der SABU-Messe im März 2023 wurde SABU Protect dem Fachpublikum vorgestellt. Danach begann die Akquise-Reise von Thomas Sans, der nicht nur in ganz Deutschland, sondern auch in der Schweiz, wo SABU mit der Verbundgruppe ZUSA kooperiert, unterwegs war und Gespräche mit Händlern führte. Inzwischen sei das Projekt ein Selbstläufer, berichtet Sans. Die bis Ende 2023 geplante Teilnehmerzahl sei erreicht worden, und mittlerweile werde man aus dem Handel proaktiv kontaktiert, weil das Konzept interessant erscheint.