In 2016 haben die 100 größten Shopping Malls in Österreich knapp 9,5 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaftet. Gegenüber dem Jahr zuvor bedeutet das praktisch eine Stagnation. Ohne Berücksichtigung der zusätzlich entstandenen Verkaufsfläche errechnet sich laut den Marktforschern der RegioData Research eine etwas geringere Quadratmeterproduktivität (etwa 3.600 Euro/Jahr/qm vermietbarer Fläche). Somit sind offensichtlich auch die Shopping Malls von den steigenden Onlineumsätzen (derzeit in Österreich knapp 12% des Einzelhandelsumsatzes) betroffen. Von den untersuchten 100 Zentren konnten nur knapp 20% reale Umsatzzuwächse erzielen.
Quadratmeterumsätze driften auseinander
Einige wenige Shopping Malls konnten nach Angaben des Marktforschungsunternehmens im vergangenen Jahr wieder sehr hohe Quadratmeterumsätze erzielen und diese sogar teilweise noch steigern. Allen voran der Messepark in Dornbirn, der mit etwa 10.400 Euro/qm auch stark von den Schweizer Kunden profitiert, gefolgt vom Europark in Salzburg und dem Designer Outlet in Parndorf. Am anderen Ende des Rankings befinden sich 15 Shopping Center mit einer jährlichen Quadratmeterleistung von unter 3.000 Euro, fünf davon sogar unter 2.000 Euro/qm.
Shopping Malls in Österreich gleich sich allmählich an
In der Regel beträgt der Anteil der Filialisten im Einzelhandel bereits über 90%. Die häufigsten Mieter in den 100 größten Shopping Malls sind: Roma Friseurbedarf (58x), dm Drogeriemarkt (55x), Deichmann (51x) und 3-Store (50x). Besonders häufige Mieter sind auch Hennes & Mauritz, Palmers, Bijou Brigitte, A1-Shop, Pearle, Bonita und Marionnaud.
Leerstandsraten in Österreichs Einkaufszentren steigen
Die Zeiten, in denen sich die Handels- und Gastronomieunternehmen bei den Betreibern von Shopping Malls in eine Warteliste eintragen lassen, um eine Fläche zu bekommen, sind der RegioData Research GmbH vorbei.
In der Zwischenzeit wären viele Zentren froh, wenn sie irgendeinen Mieter zur Verringerung ihrer Leerstände bekommen würden. Während im Jahr 2015 der Anteil der leer stehenden Flächen nur bei 3,6% lag, betrug dieser Wert im vergangenen Jahr bereits 5,1% – Tendenz weiter steigend.
Die Pipeline ist fast leer
Derzeit stehen nur zwei größere Planungen an: einen weiteren Versuch zur Neubelebung des leerstehenden Uno-Shopping Centers bei Linz – diesmal unter dem Namen Allinn7 – und ein Projekt in Neusiedl am See (Perfect Shopping Neusee). Kleinere Projekte bestehen zudem in Lienz, Wien, Steyr und Zwettl.
Ein klarer Trend ist laut Studie jedoch zur Erweiterung bestehender Shopping Malls zu erkennen: Von den 100 größten Shopping Malls haben derzeit 15 konkrete Erweiterungspläne, die allerdings zum Teil durch das Fehlen behördliche Genehmigungen oder dem nur wenig expandierenden Einzelhandel gebremst werden.
Mieterwechsel im Shoppingcenter werden häufiger
Im vergangenen Jahr wurden in den untersuchten einhundert Shoppingcentern über 800 Mieter ausgetauscht. Ein Wert, der vor einigen Jahren noch bei der Hälfte lag. Am häufigsten wurden übrigens Bekleidungshändler und Gastronomiebetreiber gewechselt. Weitere Veränderungen im Unternehmensmix der letzten Jahre: Die Schuhhändler werden weniger, dafür gibt es immer mehr Drogerien/Parfümerien und Wohnaccessoires.
Die Reaktion der Betreiber auf den gesättigten Markt und den sinkenden Renditen sind unterschiedlich
Während viele Betreiber auf Vergrößerung und Optimierung der Verkaufsflächen setzen, verkleinern andere die Verkaufsflächen und nutzen sie für Dienstleistungsangebote oder öffentliche Einrichtungen. Der internationale Trend zur Aufwertung der Gastronomie in den Shopping Malls ist in Österreich übrigens nicht zu erkennen: Der Anteil an der Gesamtfläche sank im letzten Jahr von 6,7% auf 6,5%.
Shopping Mall Dichte in Europa: Österreich nicht mehr im Spitzenfeld
Durch die geringen Flächenzuwächse in den letzten Jahren, ist Österreich vom fünften Platz ins Mittelfeld abgerutscht. Mit ca. 360 qm Verkaufsfläche pro 1.000 Einwohnern (Basis: alle Shopping Malls > 5.000 qm Verkaufsfläche) erreicht Österreich im europäischen Vergleich den zehnten Platz bei der Abdeckung mit Shopping Malls. Die Spitzenwerte in diesem Ranking erreichen laut den Studienergebnissen vor allem die skandinavischen Länder, wo auf Grund der regionalen Struktur und des Klimas Shopping Malls eine besonders geeignete Einkaufsform darstellen.