Schaufenster, die nicht von Holzplatten bedeckt sind, wurden inzwischen leer geräumt. Bei Giorgio Armani und Jil Sander ist nichts mehr zu sehen. Auch Zara hat seine Schaufenster blickdicht verhüllt. Beim Taschenanbieter Furla finden sich zwar noch einige Modelle im Schaufenster – dafür aber im gesamten Geschäft kein einziges mehr. Zu groß offenbar die Angst vor Plünderungen.
Die Frau an der Kasse von Zara Home sagt, der Nachmittag sei völlig ruhig verlaufen. Sie habe nichts weiter von der Demo mitbekommen. Polizeiwagen fahren in kurzen Abständen die Kö entlang. Passanten machen Fotos und Videos von den verrammelten Geschäften. Einer sagt: „Das war ja wohl eine völlig übertriebene Maßnahme.“
An einer Straßenkreuzung hat die Polizei eine mobile Kamera-Einheit installiert. Ein Polizist erklärt, die Demo sei zwar ruhig verlaufen, man rechne im Laufe des Abends und der Nacht aber noch mit Zwischenfällen. Die Kollegen in Köln hätten gerade große Schwierigkeiten, Herr der Lage zu werden. Auch in Berlin, Hamburg und Frankfurt gebe es Probleme. Und auf der Kö seien schon einige Personen vorbeigekommen, hätten Skimasken aus ihren Taschen gezogen und angekündigt, später wiederkommen zu wollen. Ein Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma sagt, das Publikum unterscheide sich nicht von dem an anderen Samstagabenden. Ob er noch mit Krawallen rechne? Eher nicht, so die Antwort. Aber man wisse ja nie. Vor wenigen Minuten hätten einige Randalierer ganz in der Nähe mit Eiern geworfen. Es seien aber schnell Polizisten dazwischengegangen.
Die Polizei Düsseldorf wird später in ihrem Bericht von einer „arbeitsreichen Nacht“ sprechen. Es sei vereinzelt zu Rangeleien gekommen und einige gefährliche Gegenstände seien sichergestellt worden. Es habe aber keine „außergewöhnlichen Herausforderungen“ gegeben.