Susanne Dierl, KI-Trainerin beim Mittelstand-Digital Zentrum Handel, befasste sich mit der Frage, wie KI die Online-Sichtbarkeit im Handel verändert. Klassische Suchergebnisse, Shopping-Oberflächen und KI-Antworten wachsen zunehmend zusammen. Für Händler reiche es deshalb nicht mehr aus, nur auf Rankings und einzelne Keywords zu schauen. Entscheidend werde vielmehr, ob Angebote verständlich, vertrauenswürdig und technisch sauber verfügbar seien. „Es geht nicht um das Ende von SEO, sondern um eine breitere Logistik digitaler Sichtbarkeit“, sagte Dierl. SEO bleibe das Fundament, sei aber nicht mehr die ganze Antwort auf die Sichtbarkeitsfrage.
Neu sei, dass Sichtbarkeit zusätzlich über strukturierte Produktinformationen, Merchant-Erlebnisse und KI-gestützte Antwortoberflächen entstehe. Händler müssen nicht mehr nur gefunden werden, sondern auch in Auswahl, Vergleich und Vorentscheidung vorkommen. „Kunden wollen nicht mehr nur ein Produkt sehen, sondern eine einordnende Vorauswahl“, so Dierl. Gerade im Handel steige damit der Bedarf an Antworten, die Unsicherheit vor dem Kauf reduzieren. „Das heißt aber nicht, dass die klassische Suche verschwindet. Sie bleibt ein zentraler Einstiegspunkt. Es hängt stark von Branche, Zielgruppe und Produkttyp ab. Die Richtung, in die sich das Ganze entwickelt, ist aber klar.“