Laut der kürzlich veröffentlichten Studie könnte Künstliche Intelligenz dem europäischen Einzelhandel in den kommenden fünf Jahren ein wirtschaftliches Potenzial von 240 bis 320 Mrd. Euro eröffnen.
Untersucht wurden mögliche Effekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette – unter anderem in Einkauf, Sortimentsplanung, Preisgestaltung, Marketing, Logistik und Verwaltung. Nach Einschätzung der Autoren könnte eine umfassende KI-Transformation das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen je nach Handelssegment um vier bis zehn Prozentpunkte verbessern.
Besonders hoch wird das Potenzial im sogenannten Softline-Handel eingeschätzt, zu dem Bekleidung, Schuhe und Beautyprodukte zählen. Hier beziffert die Studie den möglichen wirtschaftlichen Effekt auf 100 bis 130 Mrd. Euro. Als wichtige Einsatzfelder gelten unter anderem Sortimentssteuerung, Preisplanung, Einkauf und personalisierte Kundenansprache.
Viele Handelsunternehmen setzen KI bislang jedoch vor allem in einzelnen Projekten ein. Als Hürden nennt die Studie fragmentierte Daten, bestehende IT-Systeme, fehlende Kompetenzen und begrenzte Kapazitäten für organisatorische Veränderungen.
Grundlage der Untersuchung sind Marktdaten, Unternehmensanalysen sowie eine Befragung von 36 Führungskräften aus dem europäischen Handel. Hinzu kamen Interviews und Einschätzungen von Handels- und KI-Fachleuten.