Die Lage im deutschen Schuheinzelhandel bleibt nach wie vor angespannt. Wie der IFH Köln und die BBE Handelsberatung in ihrem „Branchenbericht Schuhe 2024“ erklären, breite sich „die Schere zwischen privaten Konsumausgaben und den Ausgaben für Schuhe bei steigenden Verbraucherpreisen“ immer weiter aus. Entgegen dieser gedämpften Konsumstimmung konnte der Schuhhandel jedoch ein Umsatzplus von 3,8% erzielen. Insgesamt konnten so 9,6 Mrd. Euro umgesetzt werden.
„Trotz des Zuwachses im Marktvolumen des Schuhhandels ist die private Konsumneigung rückläufig. Angesichts dieser Entwicklung wird eine klare, differenzierende Positionierung, die sich durch ein auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittenes Angebot und Exzellenz am POS auszeichnet, zur entscheidenden Antwort auf den Wandel des Marktes und ist für den zukünftigen Erfolg im Schuhhandel von essenzieller Bedeutung“, so Peter Frank, Executive Consultant, BBE Handelsberatung.
Aufgeteilt auf stationären und Online-Handel liegt hier das Retail-Geschäft vorne: Rund 48% des Umsatzes entfällt auf die stationären Filialisten. Der digitale Vertriebsweg sinkt dagegen auf 35%.
Prognose für die nächsten Jahre
Laut IFH und BBE wird bis 2028 ein stetiges, wenn auch langsames Wachstum des Gesamtmarktes mit Schuhen erwartet. Das Vorkrisenniveau von 2019 soll dabei allerdings erst im kommenden Jahr 2025 erreicht werden. Dabei soll auch der Onlinehandel wieder Anteile am Markt gewinnen.
„Die stationären Nachholeffekte halten im Schuhmarkt noch an und wir sehen, dass der stationäre Fachhandel mit der fachkundigen Beratung eben doch noch funktioniert! Händler sollten dieses generelle Interesse der Kundschaft jetzt nutzen und durch attraktive Services – beispielsweise Click und Collect – Mehrwerte bieten und sich so stark für die Zukunft machen. Denn der Onlinehandel nimmt wieder an Fahrt auf“, plädiert Carina Stäbisch, Projektmanagerin am IFH KÖLN.