Natürlich sah man Schwarz, viel Schwarz, in allen Kollektionen. Die Schweizer Einkäufer auf der Swisspel in Dietikon waren darauf vorbereitet. Allein seligmachend war das Thema dennoch nicht. Relativiert wurde das düsterer gewordene allgemeine Farbbild durch vielerlei Farben: leicht abgetönte Rotnuancen, neue, eher dunkle Blauvarianten, Petrol, Tannen- oder Forestgrün und ein etwas dunkleres Taupe machten eine gute Figur. Als unverzichtbar im nächsten Herbst/Winter präsentierte sich eine breite Reihe von Braunvarianten, von Cognac bis zu dunklem Choco oder Moro, wobei Mittelbraun meist als langweilig bis “bünzlig” (gut deutsch: spießig) bewertet wurde. Überzeugend wirkte hingegen ein sehr helles, zartes Grau, oft kombiniert mit Silber, oder das dunklere Asphalt mit entsprechendem Metallic-Teil. Von den Nude-Tönen und besonders von hellen Beige-Varianten hatten sich die Anbieter einiges versprochen. Zu Recht, wie sich zeigte.
Ganz allgemein wurden auf der Swisspel Farben als notwendige Aufheller zum obligaten düsteren Sortimentsteil gut geordert. Unter den gut angenommenen Modellreihen in Schwarz sah man in Dietikon weiterhin Kombinationen mit Weiß – Keder, Paspeln, kleinere Karos etwa. Dezent eingesetzte Goldakzente bei Schließen, Ketten oder Zippern liefen ebenfalls ein gutes Rennen.
Swisspel: Materialvielfalt
Die enorme Materialvielfalt belebte sichtlich die Orderfreude. Glatte und etwas steifere Lederqualitäten waren gefragt. Dazu gehörten elegantes Spazzolato (eine traditionelle High-level-Kategorie beim Label 07/14) und Lack. Außerdem griffen die Einkäufer zu Velours, das vielfach zu glatten Ledern eingesetzt wird, oder einem fein strukturierten Saffiano. Auch Crashlack überzeugte. Reptilien wie z.B. Schlange bleiben den Schweizer Trägerinnen ebenso erhalten wie Fell.
Bei den Formen hielt sich der Einzelhandel an cleane, einfache Schnitte einschließlich der neuen Trapezformen. Beutel waren vielfach gefragt, einiges vorsichtiger auch City-Rucksäcke. Die bestgeorderten Formate zählte man in der Kategorie mittel bis mittelgroß. Als Umhängetaschen liefen etwas kleinere Modelle recht erfolgreich, und weiterhin behaupten sich kleine, oft flache Clutches, Pochetten und Bügeltaschen. Allgemein schätzten die Swisspel-Kunden die dezenten, stilsicher eingesetzten Dekors als sichere Verkaufshilfen.