Die Entgelte der Beschäftigten im bayerischen Groß- und Außenhandel steigen zum 1. August 2026 um 2,9 % und zum 1. Mai 2027 um weitere 2,1 %. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit von 24 Monaten.
Auch die Ausbildungsvergütungen werden angehoben: Zum 1. September 2026 steigen sie um 40 Euro, ein Jahr später um weitere 30 Euro.
Die Gewerkschaft Verdi wertet das Ergebnis als möglichen Impuls für die noch laufenden Tarifrunden in anderen Bundesländern. „Ich rechne daher mit einer klaren Signalwirkung für weitere Tarifgebiete im Groß- und Außenhandel, aber auch für den Einzelhandel“, erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer. Der Abschluss sei auch durch die bundesweiten Aktionen und Warnstreiks der Beschäftigten ermöglicht worden.
Zugleich forderte die Gewerkschaft die Arbeitgeber im Einzelhandel auf, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Nach Angaben von Verdi hatte der Handelsverband Deutschland zuvor vereinbarte Gesprächstermine in mehreren Tarifgebieten abgesagt. Verdi erklärte, weiterhin in allen Bezirken verhandlungsbereit zu sein.
„Die Tarifparteien im bayerischen Großhandel haben gezeigt, dass sie handlungsfähig sind. Damit setzen sie ein klares Signal für den gesamten Groß- und Außenhandel, aber auch für den Handel insgesamt: Sie adressieren damit auch die Arbeitgeber im Einzelhandel, ihre kalkulierte Hinhaltetaktik aufzugeben und soziale Verantwortung zu übernehmen“, so Zimmer.
Ob die Einigung in Bayern tatsächlich als Vorlage für weitere Abschlüsse dient, hängt vom Verlauf der noch offenen Tarifverhandlungen im Groß-, Außen- und Einzelhandel ab.