Der Tarifpartner Handelsverband Baden-Württemberg und Verdi haben sich in der vierten Verhandlungsrunde am 15. September auf einen Tarifabschluss für die Beschäftigten im baden-württembergischen Einzelhandel verständigt. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 25 Monaten. Die Löhne und Gehälter steigen zum 1. Juli 2026 um 3,0 Prozent und zum 1. April 2027 um weitere 2,0 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen werden jeweils zum 1. September in beiden Jahren angepasst. In den unteren Entgeltgruppen kommt es aufgrund des gesetzlichen Mindestlohns und vereinbarter Untergrenzen teilweise zu stärkeren Anhebungen. Das entspricht der kürzlich in Bayern abgeschlossenen Einigung, die sich an den Pilotabschluss in Nordrhein-Westfalen anlehnt.
„Dieser Tarifabschluss ist für viele Händlerinnen und Händler ein herausfordernder und schmerzhafter Kompromiss“, bewertet Dr. Philip Merten, Verhandlungsführer des Handelsverbands Baden-Württemberg, das Ergebnis. „Der Einzelhandel steht weiterhin unter erheblichem Kostendruck. Steigende Personal-, Energie- und Logistikkosten treffen auf eine angespannte wirtschaftliche Situation und eine hohe Preissensibilität der Verbraucherinnen und Verbraucher. Die zusätzlichen Belastungen aus dem Tarifabschluss müssen von den Unternehmen erst einmal erwirtschaftet werden“, so Merten weiter. Gleichzeitig schaffe der Abschluss eine wichtige Grundlage für die kommenden Monate. „Wir sind deshalb froh, mit einer Laufzeit von 25 Monaten nun Planungssicherheit für die Unternehmen und ihre Beschäftigten geschaffen zu haben. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist diese Verlässlichkeit wichtig“, erklärt Merten.