Am 14. September konnten die Gewerkschaft Verdi und der Handelsverband Bayern einen Tarifabschluss im bayerischen Einzelhandel erzielen. Die neue Tarifvereinbarung gilt rückwirkend ab dem 1. Mai 2026 für 25 Monate bis zum 31. Mai 2028. Zum 1. August 2026 werden die Löhne und Gehälter rückwirkend um 3,0 % erhöht. Im zweiten Tarifjahr gibt es eine weitere Erhöhung der Löhne und Gehälter zum 1.5.2027 um 2,0 %. Die unterste Beschäftigtengruppe wird im Hinblick auf Mindestlohnkomponenten in verschiedenen Zeitabschnitten angepasst. Außerdem wurde die Möglichkeit der Entgeltumwandlung für ein Dienstfahrrad auch in Betrieben ohne Betriebsrat in die Tarifvereinbarung aufgenommen. Die Eckpunkte seien in Anlehnung an die Abschlüsse in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz vereinbart worden. Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur DPA hätten die Verhandlungen trotz der bereits abgeschlossenen Einigungen als Grundlage kurz vor dem Abbruch gestanden. Knackpunkt sei dabei der tarifliche Mindestentgeltlohn gewesen, der nun nach der Einigung bis Mai 2027 auf 14,90 Euro steigen soll.
Der Handelsverband habe lange um einen Kompromiss ringen müssen, der die Unternehmen nicht überfordert. „Diese Tarifrunde war ein zähes Ringen. Die Gewerkschaft ist mit völlig überzogenen Forderungen gestartet. Angesichts der wirtschaftlichen Realität im Einzelhandel war das schlicht nicht vermittelbar“, kommentiert Dr. Melanie Eykmann, Tarifgeschäftsführerin des Handelsverbands Bayern. „Begeisterung sieht ehrlicherweise anders aus. Aber Tarifpolitik ist kein Wunschkonzert.“
Der HBE warnt zugleich vor weiteren Belastungen für den Einzelhandel: „Wenn die Politik den Handel mit immer neuen Kosten und Auflagen überzieht, darf sie sich nicht wundern, wenn Standorte verschwinden und Arbeitsplätze verloren gehen.“