Das Angebot sieht tabellenwirksame Entgeltsteigerungen von insgesamt 3,5 % bei einer Laufzeit von 24 Monaten vor. Demnach sollen die Tarifentgelte ab dem 1. Oktober 2026 um 2 % steigen, eine weitere Erhöhung um 1,5 % ist ab dem 1. Juni 2027 vorgesehen.
Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg, verwies auf die angespannte Lage im Einzelhandel: „Der Einzelhandel befindet sich weiterhin in einer wirtschaftlich herausfordernden Situation. Die Konsumstimmung bleibt verhalten, die Kostenbelastungen für die Unternehmen sind weiterhin hoch und zahlreiche Betriebe kämpfen mit rückläufigen Umsätzen“, erklärte sie. Vor diesem Hintergrund stelle das Angebot „einen verantwortungsvollen Ausgleich zwischen den berechtigten Interessen der Beschäftigten und den wirtschaftlichen Möglichkeiten der Handelsunternehmen dar“.
Auch die Arbeitgeberseite betonte die begrenzten finanziellen Spielräume vieler Betriebe. Steigende Energie-, Miet-, Bürokratie- und Personalkosten träfen weiterhin auf eine zurückhaltende Konsumnachfrage. „Tarifabschlüsse müssen daher sowohl die Interessen der Beschäftigten als auch die Leistungsfähigkeit der Unternehmen berücksichtigen“, sagte Dr. Philip Merten, Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite. „Unser Ziel ist es, Arbeitsplätze zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit des Handels in Baden-Württemberg nachhaltig zu stärken.“
Die Verdi-Tarifkommission wies das Angebot zurück. Die Verhandlungen sollen am 8. Juli 2026 fortgesetzt werden.