Preissteigerungen und Produktauswahl geben weiterhin den Ton der Konsumstimmung vor. Vor allem über die letzten Jahre etablierte sich immer weiter ein sehr sensibles Verbraucherverhalten, das mehr auf Aspekte wie Preis, Auswahl und Entertainment statt auf Werte wie Qualität, Vertrauen und Glaubwürdigkeit achtet. Laut dem ECC Köln und der Studie Trend Check Handel spielen vor allem asiatische Plattformen eine große Rolle dabei. Denn wo immer Konsumentinnen und Konsumenten online Preise vergleichen (44%), auf Hinweise wie „Bestseller“ achten (72% der 18- bis 29-Jährigen) oder anfälliger für Elemente wie Coupons oder Gamification-Elemente (53%) werden, sind die neuen Marktplätze nicht weit.
Dieses wachsende Verhalten zeigt sich auch an der rasant zunehmenden Bekanntheit der asiatischen Marktplätze. Waren vor einem Jahr etwa 78% der Befragten vertraut den mit den Online-Anbietern, sind es 2024 sogar 91%. Auch die Nutzung hat über das Jahr stark zugenommen: Von 32% der Befragten stieg der Wert hier auf 43% an. Unter den 18- bis 29-Jährigen erhöht sich die Zahl sogar auf jeden zweiten Befragten.
Verantwortlich für das Wachstum sind vor allem Temu und Shein. Vor allem durch Social Media konnten die Plattformen zu größerer Bekanntheit erlangen, ein Drittel der Befragten nimmt hier beispielsweise regelmäßig Werbung von Temu wahr. Die Hälfte der Konsumenten sei laut ECC Köln jedoch genervt von dieser Überpräsenz.
Das Vertrauen in die Marktplätze hält sich derweil in Grenzen. Nicht selten haben die Nutzerinnen und Nutzer das Gefühl, manipuliert zu werden (51%), nur 16% trauen den Produktwertungen auf die Sicherheit der eigenen Daten. Dementsprechend wird bisher noch kein Verdrängen der Platzhirsche Amazon oder Zalando befürchtet. Etwa 64% der Befragten glauben nicht, dass etablierte Anbieter deshalb ihren Platz verlieren werden. Immerhin 25% kaufte allerdings bereits Waren bei Temu oder Shein, nachdem die Produkte auf Amazon gesucht wurden.