Der Gesamtverband für die deutsche Textil- und Modeindustrie erklärt im Konjunkturbericht auf Basis der aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes, dass sich der negative Umsatztrend aus dem Vormonat im Juni fortgesetzt hat. Der Umsatz in der gesamten Branche ist um 9,8% zurückgegangen. Im gesamten ersten Halbjahr war er damit um 4,3% niedriger als im Vorjahreszeitraum. Im Textilsegment liegt der Umsatz für die ersten sechs Monate bei -5,3%, bei Bekleidung bei -4,3%. Kein Segment konnte im Juni ein Umsatzwachstum vermelden.
Die Anzahl der Betriebe ist im Textilsegment um 4,0% und im Bekleidungssegment um 9,5% gesunken. Auch die Beschäftigungszahl ist um 5,1% bei Textilunternehmen bzw. 3,0% bei Bekleidungsunternehmen niedriger als 2023. Noch stärker ist die Zahl der Arbeitsstunden gesunken: in der Textilindustrie im Zeitraum bis Juni um 6,1%, bei Bekleidung um 4,2%. Die Bruttolohn- und Gehaltssummen sind hingegen nur um 1,8% gesunken. Im Bekleidungssegment sind sie im Zeitraum bis Juni um 3,4% gestiegen, im Juni allerdings um 3,6% gefallen.
Die Erzeugerpreise haben sich nach den Inflationsschüben wieder eingependelt und bewegen sich auf einem kaum veränderten Niveau. Im Jahresvergleich bedeutet das für Textil kaum veränderte Preise, bei Bekleidung sind die Preise im Vorjahresvergleich per Juni um 1,5% gestiegen. Unbefriedigend laufen die Kennzahlen des Außenhandels. Im ersten Halbjahr sind die Exporte um 4,7% gesunken (Textil -8,2 %, Bekleidung -3,0 %). Im Juni im Textilsegment um 14,9% und im Bekleidungssegment um 10,2%.
Das Konjunkturklima hat sich im August weiter verschlechtert. Als wesentliche Ursache wird genannt, dass die Exporte im aktuellen Fall nicht stützend wirken und es darüber hinaus an Aufträgen mangelt. Dies führt bei den Unternehmen der Bekleidungsindustrie dazu, dass die Erwartungen so schlecht sind wie selbst während der Corona-Phase nicht. Zwar hat sich das Konjunkturklima bei den Textilunternehmen etwas stabilisiert, jedoch noch immer auf einem sehr niedrigen Niveau.