Im Mittelpunkt steht die Umsetzung der Erweiterten Herstellerverantwortung (EPR). Ein entsprechender Gesetzentwurf ist nach Angaben der Verbände derzeit in Vorbereitung. Künftig sollen Unternehmen, die Textilien in Deutschland in Verkehr bringen, Gebühren für deren spätere Entsorgung zahlen.
„Die Einführung der Erweiterten Herstellerverantwortung ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer funktionierenden textilen Kreislaufwirtschaft“, sagt Dr. Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer von Textil + Mode. Entscheidend sei, dass die Unternehmen ihre Expertise in die Ausgestaltung des Systems einbringen könnten. „Dieses Wissen muss genutzt werden, um praktikable und wirksame Lösungen für mehr Kreislaufwirtschaft zu schaffen.“
Der HDE fordert zugleich gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Anbieter. „Es darf nicht sein, dass deutsche und europäische Unternehmen die Kosten und Pflichten eines EPR-Systems tragen, während internationale Plattformen oder Anbieter aus Drittstaaten von diesen Verpflichtungen ausgenommen bleiben“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. „Wer Produkte auf den europäischen Markt bringt, muss gleichermaßen Verantwortung übernehmen. Nur so schaffen wir faire Wettbewerbsbedingungen und eine tragfähige Grundlage für die textile Kreislaufwirtschaft.“
Die Allianz spricht sich unter anderem für eine transparente Kostenverteilung, eine effiziente Systemarchitektur sowie einen rechtssicheren und europäisch harmonisierten Anwendungsbereich aus. Ziel sei ein EPR-System für Textilien und Schuhe, das ökologische Anforderungen mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit und fairen Wettbewerbsbedingungen verbindet.