Sein Sohn und Nachfolger im Unternehmen, Achim Gabor, spannte in seiner Trauerrede in der Kirche Christkönig in Rosenheim den Bogen von der bemerkenswerten unternehmerischen Leistung des Vaters hin zu dessen menschlichen Tugenden und der beispiellosen Art, wie dieser die Gabor Shoes AG über viele Jahre geprägt hat. Immer war es ihm um den Schuh gegangen, darum, Mode mit Komfort zu kombinieren und seine Produkte mit optimalem Preis-/Leistungsverhältnis anzubieten: Schuhe für Millionen. Nicht für Millionäre. Mit großem Fleiß und Pflichtbewusstsein habe er das Unternehmen von seinen kleinen Anfängen im Jahr 1949 zu vielen großen Erfolgen gebracht. Die Familie nahm stets an den Belangen des Unternehmens Anteil – der Sohn wurde schon früh an den Schuh und die Branche herangeführt.
Als Querdenker hatte Joachim Gabor keine Scheu davor, auch neue Wege zu gehen und innovative Technologien einzusetzen. Damit fand Gabor auch in internationalen Industriekreisen viel Beachtung. Nie aber vergaß der “Schuhmacher aus Leidenschaft”, dass neben Zahlen und Strategien immer auch die Unternehmenskultur eine tragende Säule ist. So spielten auch die Belange der Mitarbeiter immer eine wichtige Rolle für den Firmenchef. Und “Wer feste arbeitet, darf auch Feste feiern” – auch das gehörte zum Leitbild des Unternehmers.
Auch der HDS/L-Vorsitzende Ralph Rieker fand große Worte für den großen Mann der Schuhindustrie. Joachim Gabor habe nicht nur sein Unternehmen, sondern auch die Branche maßgeblich geprägt. Mit großem Engagement habe sich der leidenschaftliche Schuster auch für die Belange der Industrie im Allgemeinen eingesetzt und über viele Jahre auch eine tragende Rolle in der Verbandsarbeit gespielt. Nach der Trauerfeier hatte das Unternehmen noch zum Trauermal im Ballhaus Rosenheim geladen. Ihm sei es wichtig, erklärte Achim Gabor, dem Vater ein würdiges Andenken zu bewahren und den unternehmerischen Geist, den dieser geprägt habe, weiterzutragen. “Dass so viele Branchenmitglieder der Einladung gefolgt sind und teils von sehr weit her zu uns gekommen sind, um gemeinsam Abschied von Joachim Gabor zu nehmen, freut mich ganz besonders”, so Gabor. Die Mitarbeiter des Unternehmens sowie Wegbegleiter aus Rosenheim hatten in einer weiteren Trauerfeier am 27. April Gelegenheit, Joachim Gabor die letzte Ehre zu erweisen.