Schleswig-Holstein: -8% bis -32%
Es kamen viele negative Umstände in dem Berichtsmonat zusammen: Das Wetter war zu gut, das Vorjahr zu stark, es herrschten Ferien bis Ende des Monats, und an den Schuhen, die evtl. noch zu verkaufen gewesen wären, mangelte es vielerorts. Letztlich fehlte es hauptsächlich an den Umsätzen mit der aktuellen Herbstware, mit der im Vorjahr gute Ergebnisse generiert wurden. Vor allem im Stiefeletten-Bereich fielen die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr unterirdisch schlecht aus. Immerhin das Interesse an aktueller Ware für Kinder, besonders an Erstlingsschuhen, wurde in den Geschäften mit Kinderabteilungen beobachtet. Manchmal schnitten diese Abteilungen gar am Besten ab.
Hamburg: -10% bis -18%
Das Bild, das der Hamburger Schuhhandel vom August zeichnete, war ein differenziertes. Zwar wurden ausschließlich zweistellige Minuszahlen vermeldet, und schuld daran war hauptsächlich das Vorjahr mit seinen guten Umsätzen im Bereich der aktuellen Herbstware. Die Mengen der Abverkäufe des Vorjahres konnten dabei nicht erreicht werden, was die Minuszahlen erklären dürfte. Im übrigen konnten aufgrund der Witterung einen großen Teil des Monats noch sommerliche Schuhe verkauft werden, nicht überall aber konnten diese Bedarfskäufe im gewünschten Maße bedient werden. Das bedeutet, dass in vielen Lägern von Schuhgeschäften ordenlich Platz für neue Sommerschuhe geschaffen wurde, weil alles ’Alte‘ so gut wie weg ist. Verkauft wurden im August in Hamburg weiterhin sehr gut Sport-Fashion-Schuhe, die eigentlich immer gehen, wenn es sonst schon nicht so gut läuft. Besonders in den Herrenabteilungen wurde noch viel an reduzierter Ware umgesetzt oder sehr exklusive Schuhe.
Niedersachsen/Bremen: -18% bis -5%
„Der August war nicht zu lachen.“ Befragt nach der Umsatzentwicklung in den vergangenen vier Wochen war den befragten Händlern im Norden nicht nach Scherzen zumute. Während sich die Nordsee-Urlauber über Hitze und Sonne freuten, blieb die Herbst/Winter-Saison in den Startblöcken stecken. Vor einem Jahr war die Lage anders: Damals sorgte ein früher Herbstanfang für gute Abverkäufe von Stiefeletten. Diese Umsätze fehlten dem Handel nun. Die Ergebnisse fielen umso drastischer aus. Ein Lichtblick war der gute Abverkauf von offener Ware. Die Läger sind weitestgehend geräumt. Besonders gut schnitten dabei die Händler ab, die lange genug mit Reduzierungen gewartet hatten. „Hier muss sich jeder Händler an die eigene Nase fassen“, so ein Händler aus Bremen. Wenig zu tun war außerdem in den Kinderschuhabteilungen. Hier, wie auch in den anderen Abteilungen, ruhen die Hoffnungen der Händler auf dem September.
Nordrhein-Westfalen: -22% bis -11%
Im August wurde Sommerware bis zum Schluss gut verkauft und brachte den nötigen Umsatz in die Kassen. Die Damen befanden sich im Sommerendspurt und suchten beim hochsommerlichen Wetter in erster Linie nach leichter und natürlich reduzierter Sommerware. Vor allem Luftiges stand im Fokus des Interesses, wie etwa flache Sandaletten, Pantoletten und Dianetten. Ebenfalls gut verkauften sich Zehentrenner und Ballerinas. An Schuhen aus der neuen Saison wurde indes nur vereinzelt Interesse gezeigt. Die Herren entschieden sich bei ihren Einkäufen vornehmlich für leichte und atmungsaktive Sneaker und Business-Schnürschuhe. Zum Ende des Berichtsmonats wurde auch schon mal mit der neuen Herbstware geliebtäugelt – leichte Schnürschuhe in Glatt- und Velourleder aber auch Desert-Boots zogen das Interesse der Herren an.
Hessen: -15% bis -8%
Der Handel erlebt ein Wechselbad der Gefühle. Im Juli schien sich das Jahr noch zum Guten zu wenden, doch der August verlief vielerorts katastrophal. „Es kam alles zusammen: hohe Vorgaben und Gluthitze“, erklärte eine Händlerin aus Frankfurt auf die Frage nach den Ursachen. Die Frequenz in den Innenstädten war sehr überschaubar. Stiefeletten aus der Herbst/Winter-Saison fristeten in den Stores ein Schattendasein. Das Interesse hielt sich in sehr engen Grenzen. Dagegen lief alles gut, was sommerlich anmutete. Flache Sandalen standen bei den Damen besonders hoch im Kurs. Die Herren griffen bevorzugt zu leichten Leinen-Sneakern. Auch für die Kinden wurden noch vereinzelt Sandalen gekauft. Wie geht es nun weiter? „Der September wird wieder gut laufen – ganz sicher“, übte sich ein Händler in Optimismus. Die Achterbahnfahrt der Gefühle dürfte daher weitergehen.
Rheinland-Pfalz/Saarland: -16% bis +9%
Zweigeteilt zeigte sich der Schuhhandel im Südwesten. Während die einen weit unter den Vorgaben des Vorjahres abschlossen konnten sich andere über den versöhnlichen Ausklang des Sommergeschäfts freuen. Sommerware spülte noch den größten Anteil des Umsatzes in die Kassen. Selbst hochsommerliche Ware wurde von einigen Händlern noch bis weit in den August hinein zum regulären Preis verkauft. In anderen Lagen hingegen musste man sich dem Preisdruck des Wettbewerbes beugen und den Rotstift weitaus großzügiger ansetzen. Dianetten, Sandaletten und Zehengreifer waren die begehrtesten Artikel in den Damenabteilungen. Ebenfalls gute Umsätze generierten die mit weichen Böden ausgestatteten Running-Silhouetten. Skechers gehörte dabei zu einer der favorisierten Marken. Bei den Herren gehörte die offene Ware, mit Pantoletten und Zehentrennern ebenfalls zu den gefragtesten Artikeln. Bei der geschlossen H/W-Ware konnten betont kräftige Böden schon recht gut punkten.
Baden-Württemberg: -15% bis -3%
Während der Handel in Baden-Württemberg sich für den Herbst rüstete, liefen im Berichtsmonat August weiterhin noch reduzierte Sommerware. In der Endphase des Schlussverkaufs waren viele Schnäppchenjägger unterwegs, um beim hochsommerlichen Wetter reduzierte Somemrware abzugreifen. Die kaufkräftigen Damen entschieden sich für Sandalen und Zehentrenner, Pantoletten und Leinenschuhe. Viele der Händler berichteten angesichts der schwindenden Bestände, dass sie schon fast keine Auswahl mehr hätten. Gefragt waren auch Sneaker, gerne in bunten Farben, sowie Pumps und Leinenschuhe. Bei den Herren standen reduzierte Sandalen sowie Bootschuhtypen, Trekkingschuhe und Sneaker auf der Wunschliste. Das Interesse an Neuware hielt sich derweilen noch in Grenzen; es wurde geschaut und vereinzelt auch schon gekauft.
Bayern: -30% bis -5%
„Das war heftig!“, fasste ein bayerischer Händler die Umsatzentwicklung im Monat August zusammen – stellvertretend für viele Kollegen. Vor allem in ländlichen Regionen, in denen der August traditionell ein gutes Geschäft mit Touristen brachte, war man schwache Ergebnisse zu dieser Jahreszeit nicht gewohnt. Schuld war wie im Rest der Republik die Rekordhitze. Verbracht wurden die heißen Tage im Schwimmbad oder an einem der zahlreichen Seen des Bundelandes, nicht aber in den Innenstädten. Verkauft wurde fast ausschließlich offene Sommerware – wenn die Händler überhaupt noch etwas vorrätig hatten. Verantwortlich für das hohe Minus war vielerorts nicht nur das Wetter, sondern auch die fehlende Ware. „Flipflops, Sportsandalen, klassische Sandaletten und Wedges – davon hätten wir mehr gebraucht“, klagte ein befragter Händler. Das einzig Positive sei der extrem gute Abverkauf gewesen – die Sommerläger sind nun meist gänzlich leer. Auch im Herrenbereich war fast ausschließlich eine Nachfrage nach Zehentrennern zu verzeichnen. Allein aus den Kinderschuhabteilungen war in der zweiten Augustwoche Pari oder Plus zu vernehmen. Dank dringender Bedarfskäufe.
Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg: -32% bis +10%
Das überdurchschnittliche warme Augustwetter bescherte fast keinem Schuhhändler optimale Ergebnisse. Es kamen keine Kunden und die Vorgaben waren sehr hoch und nicht zu erreichen. Ein zufriedenstellendes Resultat konnten nur jene vermelden, die von den Urlaubern profitierten. Diese kauften vor allem hochsommerliche Modelle und ihr uneingeschränktes Interesse galt reduzierten Schuhen. Hierzu gehörten Sandaletten sowie Pantoletten, Zehenspreizer und Leinenschuhe in kräftigen Farben wie Rot, Blau, Grün und Gelb. Ebenso wurde von einem gestiegenen Abverkauf von Herren- und Kinderschuhen in den Urlauberregionen berichtet. Auch wenn die stark herabgesetzten Angebote nicht die besten Umsatzbringer waren, konnte doch das Lager geräumt werden.
Im Allgemeinen stagnierte dennoch der Verkauf, es ließen sich in den heißen und schwülen Städten kaum Kunden blicken.
Berlin: -21% bis Pari
Die Vorgaben der vergangenen beiden Jahre waren sehr hoch und sie ließen sich nicht toppen. Während der überdurchschnittlich heißen Augusttage hatten wenig Freude daran, in der asphaltheißen Hauptstadt shoppen zu gehen, es lockten eher Strandbars oder Freiluftkinos. Das Interesse an sommerlicher Ware war äußerst gering und dementsprechend blieben die Schuhgeschäfte im Allgemeinen schlecht besucht, auch wenn es vielerorts drastisch reduzierte Angebote gab. Im Gegensatz zum Juli gehörten bei den Damen vor allem Sandaletten und Pantoletten in leuchtenden Farben zu den Favoriten. Auch auffallende Zehenspreizer mit Blütenapplikationen oder glitzerndem Schmuck waren sehr willkommen. „Wir sind froh, wenn alles raus ist und wir Geld in der Kasse haben“, so die Händler.
Sowohl die Herren als auch die Kinder trugen zum gesamten Monatsumsatz nur ungenügend bei.
Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen: -23% bis +20%
Der August zeigte sich nicht vielversprechend, die hochsommerlichen Tage lockten wenig Kunden und die Vorgaben konnten meist nicht erfüllt werden. Einige Händler waren froh um jedes Paar, welches verkauft wurde, große Umsatzgewinne verzeichneten wenige. Die Damen suchten nach den preiswertesten Angeboten unter der reduzierten Ware, besonders Damenschuhe ab Größe 40 wurden benötigt. Beliebt waren flache sowie bequeme Sandaletten und Pantoletten in einer nuancenreichen Farbpalette. Sie sollten ausschließlich bequem sein. Eindeutige Aussagen gab es, dass Herren nur Bedarfskäufe tätigten und auch für die Kids nur Ersatz gesucht wurde.
Zu heiß war es, als dass sich die modebewussten Kundinnen mit Herbstware eingedeckt hätten. Da jedoch jede Ausnahme die Regel ist, gab es auch hier Ausnahmen und diese wirkten sich gewinnsteigernd auf die Monatsbilanz aus.