Schleswig-Holstein +8% bis +63%
Diesmal hatte der Norden die Nase offenbar ganz weit vorne. Alle befragten Schuhhändler konnten Plusergebnisse vermelden, und dabei überwogen ganz deutliche die satten zweistelligen Ergebnisse. Hilfreich war in diesem Juli ganz klar das Wetter, das für jeden Geschmack etwas dabei hatte. An den kühleren Tagen konnten daher selbst Schuhe zu regulären Preisen abverkauft werden, was besonders in den Herrenabteilungen gut funktionierte und die einen oder anderen Modelle aus der H/W-Saison betraf. Im Großen und Ganzen nahmen den Löwenanteil des Abverkaufs die reduzierte Ware ein, und dabei entfielen ca. 85% auf sommerliche, offene, leichte Schuhe. Pantoletten, Sandaletten, Sandalen, Zehentrenner waren die Sieger in allen Bereichen. Die Sommerläger des Schuhhandels sind mit Hilfe der Juli-Abverkäufe gut geräumt, und das lag offenbar auch daran, dass einige Verantwortliche in diesem Jahr den Rotstift deutlich eher angesetzt haben als im Vorjahr.
Hamburg +12% bis +44%
Im Fokus der Kunden stand alles, was im Preis reduziert war, und das war viel, womit der Warenbestand im sommerlichen Bereich gut abgebaut werden konnte. „Erstaunlich zu beobachten, wie bei den Kunden ein Schalter umgelegt wird, sobald ein Schuh um 20 Euro reduziert wird“, meinte ein Geschäftsinhaber. In den meisten Geschäften der Stadt wurde allerdings mit weitaus höheren Rabatten in die Schlacht gleichen Namens gegangen. Mit roten Preisen versehen verkaufte sich so ziemlich alles, was das aktuelle Lager noch hergab: Sandalen, College, Ballerinen, Turnschuhe, Mokassins, Sneaker, Espandrilles usw.. Allerdings sollten die Schuhe flach und bequem sein, während höhere Absätze mit den einhergehenden Einschränkungen bei dem Tragekomfort weniger gefragt waren. Da der Juli neben schönem Wetter auch den einen oder anderen kühlen, regnerischen Tag zu bieten hatten, konnte teilweise bereits neue Ware aus den Herbst-/Winterkollektionen verkauft werden bis hin zu Stiefeletten. Um allerdings Trends aufzuzeigen, reichte es noch nicht.
Niedersachen / Bremen +3% bis +11%
Der gute Umsatzentwicklung im Juli trug dazu bei, dass sich die Stimmung der norddeutschen Schuhhändler sich im Vergleich zu den Vormonaten deutlich aufgehellt hat. Den zweiten Monat in Folge konnten die Befragten zum Teil deutliche Steigerungen gegenüber dem Vorjahr erzielen. Allerdings waren die Vorgaben aus dem Juli 2014 auch gering. Das Wetter glich dabei im Juli einer Achterbahnfahrt. Blieb es zunächst ungewöhnlich kühl, stellte sich ab Monatsmitte wieder der Sommer ein. Offene Ware wurde durchweg gut abverkauft. Hier und da wurde mit Wehmut auf die allzu ’großzügigen‘ Rabattaktionen geschaut, die – so wurde selbstkritisch bemerkt – zu früh durchgeführt wurden. „Da war mehr drin“, erklärte daher eine Händlerin. In den vergangenen Wochen wurden neben den sommerlichen Modellen auch erste gute Abverkäufe der neuen H/W-Ware erzielt. Hier waren es wie gewohnt die modischen Kundinnen, die sich bereits mit den ersten Styles für die kühlere Jahreszeit eindeckten.
Nordrhein-Westfalen -7% bis +5%
Der Juli verlangte den Schuhhändlern in Nordrhein-Westfalen einiges ab: Sonnenschein, tropische Sahara-Hitze, aber auch grauer Wolken verhangener Himmel. Entsprechend passten sich die Kunden dem Wetter an. Bei den Damen standen hochsommerliches Schuhwerk im Fokus, darunter Pantoletten und Sandaletten von ganz flach bis hin zu Plateaus. Vor allem helle Töne und Weiß wurden bevorzugt gegriffen. Für Umsätze sorgten aber auch Pumps, Ballerinas in schlichten Erdtönen, wobei die Damen hier besonders auf den roten Preis achteten. Die Herren suchten indes nach sportlichen Sandalen, leichten Zehentrennern und Sneakern aus Leinen. In den Kinderschuhabteilungen wurde weitgehend auf reine Bedarfskäufe Ausschau gehalten, wie etwa reduzierte Leinenschuhe, Sandaletten und Badeschlappen.
Hessen +4% bis +10%
„Ein guter Ausklang der Frühjahr/Sommer-Saison.“ So wurde von den hessischen Schuhhändlern überwiegend der Juli bewertet. Der Monat war ein versöhnliches Ende einer herausfordernden Saison. Der Ausblick auf die kommenden Monate fällt zwiegespalten aus. Zum einen dürften aufgrund der niedrigen Vorgaben Pluszahlen erreicht werden. Im Allgemeinen wird jedoch nicht damit gerechnet, dass sich die Rahmenbedingungen zum Positiven verändern. „Es wird immer schwieriger. Die Konkurrenz nimmt zu und die Frequenz in den Städten ab“, so ein Händler aus Frankfurt. Im Juli lief vor allem die reduzierte Sommerware sehr gut. Damen und Herren waren in erster Linie auf Schnäppchen aus. Vereinzelt wurde auch schon zur neuen Herbst/Winter-Ware gegriffen. Diese blieb dennoch ein Randthema.
Rheinland-Pfalz/Saarland -4% bis +11%
Bis auf wenige Ausnahmen waren die befragten Händler mit den sommerlichen Temperaturen und den daraus resultierenden Umsätzen zufrieden. Wenn auch verspätet und zum Teil mit entsprechenden Preisnachlässen versehen, fand die hochsommerliche Ware dann doch noch ihre Abnehmer. Luftig, leicht und glitzernd, lassen sich die Aussagen zu den Topsellern zusammenfassen. Sandalen, Sandaletten und Zehentrenner waren die meistgefragtesten Artikel in den Damenabteilungen, besonders dann, wenn sie mit schmückendem und glänzendem Beiwerk ausgestattet waren. Ultraleichte Schnürer zählten ebenfalls zu den erfolgreichen Artikeln. Selbst in der gehobenen Preislage ging erfreulicherweise einiges über die Ladentheke. Birkenstock und Ecco wurden immer wieder seitens der Händler positiv hervorgehoben. Offene Ware spielte auch in den Herrenabteilungen die Hauptrolle. Sandalen und Sandaletten sorgten für den größten Umsatzanteil. Sportive Sneakers folgten dahinter. Farblich wagten die Herren auch schon den Griff zu kontrastreicheren Kombinationen.
Baden-Württemberg -3% bis +5%
Im Südwesten der Bundesrepublik konnten die Schuhfachhändler auf einen halbwegs guten Juli-Monat zurückblicken. Ausschlaggebend waren vor allem die sommerlichen Temperaturen sowie die gute Abverkaufszahlen während des Sommerschlussverkaufes. Umsatzbringer in den Damenschuhabteilungen waren bunte Sneaker in allen Preislagen. Sandalen, Pantoletten und Leinenschuhe standen bei den Kundinnen ebenfalls hoch im Kurs – bevorzugt flach und mit weicher Fußpolsterung. Ergänzt wurde der Schuhverkauf durch Zusatzartikel wie Gel-Polster, Schuh-Deos oder Einlegesohlen. Bei den Herren herrschte ein großer Run auf reduzierte Ware vor. Gut verkauften sich Trekking-Sandalen, leichte, sportive-Halbschuhe in Velours, sommerliche Desertboots in Sand- Braun- und Blautönen und Leinenschuhe. In den Kinderabteilungen konnten nur reduzierte Modelle punkten. Vor allem reduzierte Leinenschuhe und Sandalen für Jungs und Mädels brachten die nötigen Umsätze.
Bayern +2% bis +10%
„Es war ein guter Sommermonat“, fasste ein Händler in Bayern den Juli stellvertretend für seine Kollegen zusammen. Viel Sonne und heiße Temperaturen sorgten für einen Run auf offene Ware – allen voran Birkenstock-Sandalen und sportliche Zehentrenner. Aber auch elegante Absatzsandalen fanden plötzlich ihre Abnehmerinnen, ebenso wie sommerliche Keilsandaletten. Deutlich ruhiger war es im Bereich Ballerinen und Anlassschuhe. Dafür liefen Sneaker von Nike und Skechers wie geschnitten Brot – so manch Händler hat bereits die Hälfte seiner neuen Herbst/Winter-Ware abverkauft, hier drohen Engpässe. Apropos Herbst/Winter: Die neuesten Modelle wurden im Juli zwar angefasst, aber aufgrund des heißen Wetters (noch) nicht gekauft. Die Tendenz geht aber hin zu Dandies und weg von Stiefeletten. Farblich wurde bei der aktuellen Sommerware vor allem nach Silber und Braun gesucht, Gold und Weiß blieben hinter den Erwartungen zurück und Schwarz wurde vielerorts zu umfangreich disponiert. Die Herren griffen im Juli ebenfalls nach Sneakern und Slip-Ons, aber auch hier waren Birkenstocks und Zehentrenner mehr und mehr gefragt. Dafür konnten klassische Sandalen kaum gefallen. In den Kinderabteilung lief alles nur über Reduzierungen, hier kauften Mütter vereinzelt Sandalen, aber gegen Ende des Monats wurde es wieder extrem ruhig.
Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg -10% bis +32%
Insgesamt bewegten sich die Vergleichsumsätze nahe der Pari-Marke, auch wenn es Spitzenwerte sowohl im positiven als auch im negativen Bereich gab. Die Damen waren mit modischer Sommerware versorgt und so lagen in ihrem Blickfeld vor allem reduzierte Modelle, vorzugsweise bequeme Sandaletten in kräftigen Farben. Bei den Herren gab es ausschließlich Bedarfskäufe bei Komfort-Sandalen. In den Kinderabteilungen blieb es erstaunlicherweise sehr ruhig. Herausragend positive Zahlen vermeldeten jene Geschäftsleute, die bereits sehr hochwertige Übergangs- und Winterware sowie dazugehörige exquisite Taschen und Accessoires anboten. Vor allem Stammkundinnen griffen zu. Allerdings mussten aus jenen Regionen, die sehr dünn besiedelt und von der Arbeitslosigkeit stark betroffen sind, weniger gute Abverkaufszahlen genannt werden. Trotzdem konnten viele Händler von fast leeren Warenlagern berichten, denn sie hatten alle sehr überlegt geordert.
Berlin -6% bis +10%
Auch wenn der Monat als ’mittelmäßig‘ eingestuft wurde, zeigten sich die meisten Geschäftsleute einigermaßen zufrieden, denn die Basis war ein gutes Vorjahresergebnis. Die Damen wiesen eine größere Kaufzurückhaltung als erwartet auf, das lag wohl am Wetter. Die Temperaturen zeigten sich instabil, weder bei Hitze noch an regnerischen Tagen wurden die Geschäfte ausreichend frequentiert. Das Interesse galt unbedingt sommerlichen Schnäppchen, gefragt war sowohl Mode als auch sportive Markenware. Die Farbe spielte keine bedeutende Rolle. Vereinzelt wurden Pumps, Slipper oder Taschen gesucht, Winterware war jedoch nicht von Interesse. Die Herren verhielten sich ebenfalls sehr reserviert und warteten auf größere Reduzierungen, allenfalls kauften sie unerlässliche Business-Modelle. In den Kinderabteilungen wurde so gut wie nichts verkauft, es gab kein Interesse.
Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen -19% bis Pari
Obwohl es kein erfolgreicher Monat war, konnte trotzdem die Mehrzahl der Geschäftsleute berichten, dass der Bestand im Großen und Ganzen abgebaut sei. Von den Damen wurden ausschließlich zu reduzierten Preisen bequeme und leichte Sandalen gesucht. Da jedoch in vielen Großstädten seit Jahresanfang Sommerschuhe verkauft wurden, war die Auswahl oft nur noch klein. Besonders Schuhgrößen ab 40 hatte fast niemand mehr am Lager. In den Urlauberregionen war der Run geringer als erhofft und interessierte Kunden zeigten sich äußerst wählerisch. Jedoch ein guter Abverkauf an hochwertigen, modischen Übergangsschuhen rettete so manchen Händler und er konnte wenigstens ein Pari vermelden. Die Herren kauften vereinzelt stark reduzierte Sandaletten. Allgemeine Kaufzurückhaltung zeichnete sich in den Kinderabteilungen ab, es wurde nur gekauft, wenn unbedingt Ersatz gesucht wurde.