Schleswig-Holstein
-18% bis -4%
Auf einen schlechten November 2014 folgte ein noch schlechterer November 2015. Es wurden so gut wie ausschließlich nur Minuszahlen im zweistelligen Bereich vermeldet. Kurz gesagt: Der Kunde braucht nichts und kauft nichts. Die Wetterlage allein dafür verantwortlich zu machen, wäre aber wohl zu kurz gegriffen.
Die Witterung kann nicht daran schuld sein, dass Pumps bzw. der gesamte Galanterie-Bereich so tot wie noch nie ist. Modische Schuhe, was Farben, Schnitte und Dekorationen anbelangt, finden ebensowenig statt. Kinderschuhe waren ebenfalls kaum ein Thema im November. Die Herrenabteilungen verursachten übereinstimmend noch den geringsten Schaden.
Statt Mode gibt es heute Trends, und das sind bestimmte Schuhtypen. Im November waren das in den befragten Schuhgeschäften sportive Schuhe oder Boots im Stil von Timberland oder Panama Jack. Das waren die Abverkaufsretter. Gefüttert und ungefüttert, mit derben Profilsohlen in Fett- oder Nubukleder, Braun, Schwarz und dem typischen beige-gelblichen Ton. In diesem Bereich konnte alles verkauft werden, von den hochpreisigen Originalen bis hin zu den preiswerten Kopien.
Hamburg
-13% bis -4%
Minuszahlen, soweit das Auge reicht. Im Berichtsmonat vermochte kein Hamburger Schuhgeschäft ein gutes Ergebnis zu vermelden. In der Masse fehlten die Umsätze mit warmgefütterten Schuhen und Stiefeln. Dafür fehlte einfach der Bedarf. In den Damenabteilungen haperte es besonders im modischen Genre. Modelle mit hohen Absätzen und/oder hohem Plateau und spitzen Leisten etwa sind zwar im Angebot, werden aber nicht angenommen. Ein Händler vermutete, dass der Trend vielleicht noch zu früh für die Hamburgerin ist.
Was im November verkauft werden konnte, das waren sportive Stiefeletten für die ganze Familie – teilweise sogar mit Warmfutter – der klassischen Marken. Immer wieder dabei genannt Timberland, Panama Jack und Ugg und das ganze Programm in konsumigen Preislagen von denjenigen Marken, die diese Erfolgsmodelle erfolgreich nachmachen. Jedenfalls in Hamburg war mehrfach auch die Rede davon, dass sich die Terroranschläge in Paris deutlich ausgewirkt haben. Zumindest etwa die nächsten drei Tage wurden deutlich weniger Kundenströme beobachtet.
Niedersachsen/Bremen
-20% bis -8%
„Man denkt immer wieder, dass es nicht schlechter laufen kann – und dann passiert es doch.“ Das Urteil der Händler über den November fiel vernichtend aus. Geradezu katastrophal entwickelte sich vielerorts die Umsatzentwicklung. Das Jahr mit einem wenn auch geringem Plus abzuschließen wird daher für die meisten Handelsunternehmen unmöglich sein. „Es liegt jedoch nicht nur am Wetter, an der Mode und an den Preisen“, so ein Händler aus Bremen gegenüber schuhkurier. Vielmehr habe er eine wachsende allgemeine Verunsicherung bei den Verbrauchern ausgemacht. „Wer sich Gedanken um die Zukunft macht, kauft nicht das vierte oder fünfte Paar Stiefeletten.“
Nordrhein-Westfalen
-15% bis +1%
Das warme Winterwetter bremste die Nachfrage nach Winterware aus. Für die Händler in Nordrhein-Westfalen war es weitgehend schwierig auf gute Abverkaufszahlen zu kommen, so dass ein aufgelaufenes Pari schon als gut bezeichnet werden konnte. Das Damengeschäft flaute stark ab. Die Umsätze wurde hier weitgehend mit dicksohligen Halbschuhen und leicht gefütterten Stiefeletten erzielt. Die Herren erwiesen sich einmal mehr als Bedarfskäufer. Gesucht waren Chelseas, Desertboots und Business-Schnürer. In den Kinderabteilungen standen Stiefeletten mit Funktion und Hausschuhe im Fokus.
Hessen
-17% bis -9%
Der November geht als ein ’Minusmonat‘ in die Geschichte ein. „Ganz schlimm“ sei das Geschäft gelaufen, so eine Händlerin aus Frankfurt am Main. Die gesamte Herbst/Winter-Saison habe sich zum „Reinfall“ entwickelt. Dabei sei die Frequenz in der Innenstadt vor allem an den Wochenende gar nicht so schlecht. In der Woche wiederum passiere viele zu wenig. „Die ganze gefütterte Ware steht noch“, so ein Händler aus Nordhessen. „Wer soll bei 15 Grad auch Warmfutter kaufen?“ Die kurze Kälteperiode im November habe nicht ausgereicht, um Bedarf zu wecken. Hinzu kommt, dass auch die modischen Trends nur verhalten angenommen werden. So haben in Frankfurt das Seventies-Thema und die dicken Böden nur mäßig funktioniert. „Gefehlt haben uns dagegen klassischen Langschaftstiefel mit flachen Absätzen“, so ein Händler.
Rheinland-Pfalz/Saarland
-22% bis -9%
Vom schlechtesten November, den man je als Schuhhändler erlebt habe, war bei den Umfragen die Rede. Das niedrige Niveau verdarb vielen den Spaß am Schuhhandel. Besonders in der Monatsmitte beklagte man eine extrem niedrige Frequenz, sowohl in den Citylagen als auch auf dem Land. Einer der Befragten vermutete gar, dass sich die angespannte Sicherheitslage negativ auf die Einkaufslust und das Konsumverhalten ausgewirkt habe. „Es wird momentan kein Geld ausgegeben“, so der Tenor eines Interviewpartners. Trotz des kurz einsetzenden Winterwetters mit Kälte, Nässe und Schneefall, blieb die erhoffte Belebung des Geschäfts aus. Zudem fehlte im November auch noch ein Samstag, der besonders in den Innenstädten für gehörigen Umsatz sorgt. Warm gefütterte Modelle gingen noch am besten in den Damenabteilungen. Der recht ansprechende Abverkauf von hochpreisigen UGG-Modellen war zumindest als ein positives Signal aus den Händlerstimmen herauszuhören. Anderenorts waren eher die günstigen Preislagen gefragt. Mit Reduzierungen hat man sich noch zurückgehalten. Überwiegend lagen dunkel Töne in der Gunst der Kunden vorne. Stiefel mit hohem Schaft waren so gut wie nie gefragt. Die meisten Händler konnten mit diesem Umstand gut leben, denn sie hatten dies bei der Order bereits einkalkuliert. Aus den Herrenabteilungen waren ebenfalls keine Highlights zu vermelden. Elegante Klassiker für Bälle und Tanzveranstaltungen wurden hier und da genannt. Schöne Brauntöne überwogen bei der Auswahl der Herren. Etwas besser lief es diesmal in den Kinderabteilungen: Funktionales und vor allem Wetterfestes war dort angesagt.
Baden-Württemberg
-7% bis Pari
Mit einem Minus mussten die Schuhfachhändler in Baden-Württemberg den Monat November verabschieden. Das Wetter war einfach zu mild für die Jahreszeit und die Endkunden hatten nicht wirklich die Lust verspührt, sich Winterschuhe zu zulegen. Während die Damen an Übergangsware interessiert waren und sich für Dandyschnürer und Schnürstiefletten interessierten, entschieden sich die Herren für Business-Schnürer und Halbschuhe in den klassischen Farben Braun und Schwarz. Sneaker hingegen fanden kaum Absatz. Bei den Kindern waren trotz des Frühlingswetters Boots mit Tex-Material gefragt.
Bayern
-20% bis -5%
Der November war auch für die Händler im Süden Deutschlands ein sehr unerfreulicher Monat. Das Wetter war deutlich zu mild und die Verbraucher shoppten lieber online – angezogen von Rabattaktionen wie zum Beispiel bei Amazon. „Wir spüren deutlich, dass die Umsätze in andere Kanäle fließen“, sagte ein besorgten Händler. Wenn sie dennoch den Weg in die Innenstädte und sogar in die Schuhgeschäfte fanden, suchten einige Kunden vereinzelt Warmfutterware. Bei den Stiefeletten herrschte in den Geschäften gegen Jahresende ein Überangebot vor – viele Händler hatten schlichtweg zu viel Ware geordert. Wenn sie gefragt waren, dann in schwarzen, sehr eleganten Ausführungen mit Absatz. Auch weinrote Modelle konnten begeistert. Abnehmend war die Nachfrage nach Bikerboots. Was gut lief, waren Dandies auf kräftigen Böden, gerne in Lack oder Farbe oder mit Glitzereffekten. In den Herrenabteilungen lief es meist erfreulicher als bei den Damen. Hier wurden vor allem modische Booties gesucht. Der ein oder andere Händler hätte sich bei den milden Temperaturen aber mehr Umsatz mit Sneakern gewünscht. Eine Katastrophe waren die Kinderschuhabteilungen – mit Minuszahlen von bis zu 30%.
Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg
-20% bis +5%
Durch den viel zu warmen November kam es nur zu sehr ungenügenden Umsatzergebnissen, diese basierten außerdem meist auf einem schwachen Vorjahr. Weiterhin hieß es, dass viel zu wenig Kunden gekommen seien. Mit Sorge wird dem Jahresende entgegengesehen.
Gefragt waren preiswerte leichte Stiefeletten sowie sportliche Übergangsware, vorrangig in den Farben Braun und Schwarz. Aber auch ein großer Anteil an warmgefütterten Stiefeletten konnte gut verkauft werden, ebenso sportive Stiefel mit Lammfell. Häufig wurden jedoch nur Bedarfskäufe getätigt und mit Langschaftsstiefeln konnte überhaupt kein Geschäft gemacht werden.
Das leidige Thema Herren sorgte in keinem Fall für eine Steigerung des Umsatzes und als rückläufig wurde der Abverkauf bei Kinderschuhen genannt. Dagegen gab es Umsatzsteigerungen beim Hausschuhverkauf, hier gab es in jeder Preislage sehr gute Abverkäufe.
Berlin
-23% bis +5%
In Berlin äußerten einige, dass es ein guter Monat gewesen sei, grundsätzlich wurde jedoch gesagt, dass man mit einem solch schlechten Ergebnis nicht zufrieden ist. Uneinheitlich ging es häufig bei den Damen zu. In manchen Geschäften wurden Fellstiefel überraschend gut gefragt, während es anderswo vorzugsweise ungefütterte Stiefeletten waren. Nur bei den Langschäftern waren sich alle einig: bis jetzt waren diese ein Flop. Auch die Aussage für den Bequembereich war einheitlich, denn hier gab es kleinere Umsätze zu verzeichnen. Als Farbfavoriten wurden Grau, Blau sowie geprägtes Leder oder Schlangenlook genannt.
Bei den Herren tat sich weniger: klassische Schnürschuhe oder City-Modelle. Rückgänge gab es im Kinderschuhgeschäft. In einem stimmten etliche der Geschäftsleute in Berlin überein, dass immer weniger Kunden kämen, diese jedoch nach hochpreisiger Ware griffen.
Sachsen-Anhalt/Thüringen/Sachsen
-25% bis +1%
Recht ähnlich präsentierte sich der Monat in diesen drei Bundesländern. Alle zeigten sich mit dem Erreichten unzufrieden, viele haben Sorgen, den Rückstand bis zum Jahresende nicht mehr aufzuholen.
Die Kundenfrequenz war zu gering und es haperte an Abverkäufen der Saisonware. Allerdings wurde der Bequemschuhbereich erstaunlicherweise recht gut frequentiert und leichtgefütterte Knöchelstiefel mit einem kleinen Absatz oder dicken Böden gern gekauft. Zu den bevorzugten Farben gehörten Rottöne, Schwarz, Braun sowie Blau.
Eine schleppende Kauflust zeigten die Herren, Bedarfskäufe prägten das Bild. Ähnlich sah es im Kinderschuhbereich aus. Die Billiganbieter in den Supermärkten waren die Konkurrenten, nur wenige Eltern legten Wert auf Markenware. Jedoch mit Hausschuhen für die ganze Familie konnte im November in den meisten Fachgeschäften ein guter Umsatz erzielt werden.