Schleswig-Holstein (-14% bis +40%)
Die starken Schwankungen in Hinsicht auf die Monatsergebnisse lassen sich in erster Linie durch die Ferien in Schleswig-Holstein erklären, die in der zweiten Monatshälfte angesiedelt waren. Im Landesinneren, wo der Tourismus eine eher untergeordnete Rolle spielte, finden sich die Minusergebnisse. Dort, wo es schöne Pluszahlen zu vermelden gab, waren es vor allem die Herren- und Kinderabteilungen, die für Freude sorgten. Bei den Herren spielte die Musik bei allen Modellen, die über die Knöchel reichten und mit winterlichen Böden versehen sind. Für die Kinder sollten die Schuhe und Stiefel klare winterliche Merkmale haben.
Hamburg (-19% bis +38%)
Gute Geschäfte konnten die Schuhanbieter in den Innenstadtlagen im Oktober machen. Gemein ist allen Befragten ein sehr guter Start in den Berichtsmonat; während allerdings bei den einen der positive Trend fortgesetzt werden konnte, schmolzen in anderen Geschäften die Pluszahlen zum Monatsende zusammen oder ganz dahin. Bei den Abverkäufen stehen Stieletten ganz weit vorne in den Listen, während Langschaftstiefel nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Im Galanterie-Bereich ging es insgesamt sehr ruhig zu. Dafür ist weiterhin Musik im ganz sportlichen Bereich für junge Leute, die das aktuelle Modell bestimmter Marken unbedingt haben müssen. Zusätzlich sind Funktionen im Standardbereich – und natürlich bei Kindern – schon ein erwähnenswertes Thema ebenso wie warme Fütterungen oder gar molliges Echtfell.
Niedersachsen/Bremen (+2% bis +8%)
Trotz der Pluszahlen bewerteten die Schuhhändler die Umsatzentwicklung mit norddeutscher Zurückhaltung. Vor allem vor dem Hintergrund der schwachen Vorgaben aus dem Vorjahr sei mehr drin gewesen, erklärten gleich mehrere Befragte gegenüber schuhkurier. „Vor allem die zweite Monatshälfte war eher durchwachsen“, so ein Händler aus Bremen. Dagegen verlief der Monatsanfang erfreulich. Bei winterlichen Temperaturen stieg die Nachfrage nach dem entsprechenden Schuhwerk deutlich an. Vor allem Stiefeletten wurden folglich abverkauft, darunter auch ein hoher Anteil warmgefütterter Modelle. Biker-Optiken in Schwarz wurden vielerorts als Bestseller ausgemacht. Aber auch Schnürer mit Lackelementen waren gefragt. Wie zu erwarten, spielten Langschaftstiefel modisch allenfalls eine Statistenrolle. Auch die Herren trugen zu der Umsatzentwicklung bei. Hier waren es neben den derben Stiefeletten und Chelsea-Boots ebenso die sportiven Modelle, die besonders häufig abverkauft wurden.
Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg (-20% bis +10%)
Nicht überall gab es zufriedene Gesichter, dazu waren die Ergebnisse zu unterschiedlich. Während bei den einen zu wenig Kunden kamen, zeigten sich die anderen mit ihrem monatlichen Resultat zufrieden. Vor allem war die Übergangsware das Thema, hierzu gehörten besonders Hochfront-Pumps und sportive Schnürer. Auch für die Kinder wurden speziell Halbschuhchen anprobiert. Ebenfalls sorgten Stiefeletten mit einem leichten Warmfutter für gute Abverkaufszahlen. Sowohl Stiefel als auch warmgefütterte Boots wurden weniger als erwartet verkauft. Desgleichen gab es fast keine Nachfragen nach Pumps. Es wurde kaum Mode, sondern mehr Standardware gesucht. Hausschuhe und superleichte Pantoffel gingen dagegen gut, ebenso Umhängetaschen mit vielen verschließbaren Fächern sowie City-Rucksäcke. Zu den bevorzugten Farben gehörten alle Brauntöne, schwarz sowie dunkelrot.
Berlin (-8% bis +10%)
Obwohl sich die Kunden preissensibel und kaufunlustig zeigten, gab es nennenswerte Abverkäufe sowohl von Hochfront-Trotteurs, als auch von Stiefeletten zum Schlüpfen oder Schnüren. Eine herausnehmbare Sohle sowie ein leichtes Warmfutter wurden hier bevorzugt. Gekauft wurde, was gefiel: Mode, Standard, bequem, alltagstauglich und trotzdem sehr edel. Favoriten gab es keine. In der Farbskala rangierten Schwarz und Bordeaux gleichwertig nebeneinander. Der Abverkauf von eleganten Pumps lief allerdings schleppend und auch fellgefütterte Boots standen nicht im Mittelpunkt. Grundsätzlich gab es bei den Herren nur Bedarfskäufe. Bei den Abverkäufen von Kinderschuhen wurde festgestellt, dass Halbschuhe gebraucht wurden. Auch der Bedarf an Zubehör war recht erheblich. Nicht nur nach Taschen, sondern auch nach Geldbörsen, Gürteln und Regenschirmen wurde gesucht.
Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen (-19% bis +17%)
Die Oktober-Resultate klaffen sehr weit auseinander, Minus- und Plusergebnisse halten sich jedoch annäherungsweise die Waage. Die Damen zeigten sich sehr preisbewusst und orientierten sich im konsumigen Bereich und manche Sonderaktion hatte sich gelohnt. Bei der Übergangsware waren es sportive Modelle, flache Schnürer und hochfrontige Trotteurs mit einem kleinen Absatz, die gefragt waren. An Stiefeletten wurde hauptsächlich der Standardstiefel mit einem Warmfutter gesucht, aber auch modische Ware wurde gern gekauft. Überdies machten Gorotex- und Sympatexstiefel bereits vereinzelt gute Punkte beim Verkauf. Jedoch gab es nicht nur Nachfragen nach Hausschuhen und Filzpantoffeln, sondern erstaunlicherweise auch vereinzelt nach leichten Lederpantoletten. Die Herren griffen zu Schnürschuhen und auch bei den Kids wurden hauptsächlich Halbschuhe gewünscht.
Hessen (Pari bis +5%)
Überwiegend waren die hessischen Schuhhändlern mit den Oktober-Zahlen zufrieden. „Das Vorjahr war zwar schlecht, aber dennoch war die Nachfrage nach neuen Schuhen erfreulich“, so eine Händlerin. In ihrem Geschäft sei die Herbst/Winter-Saison in den vergangenen Wochen ’ins Rollen‘ gekommen. Einigkeit herrschte jedoch auch in der Bewertung des modischen Angebots. „Wir verkaufen Sneaker, Stiefeletten und Chelsea-Boots – aber es fehlt ein echtes Bestseller-Thema“, so ein Händler aus Frankfurt. Einen Schuh, den Frau in dieser Saison haben ’muss‘, gebe es derzeit nicht. Vielerorts trugen auch die Herrenschuhabteilungen zu den schwarzen Zahlen bei. Allerdings waren die Herren im Oktober deutlich zurückhaltender als die Damen. Mit Blick auf die beiden weiteren Monate setzen viele Händler auf den November, bevor im Dezember das Weihnachtsgeschäft, in dem Schuhe traditionell eher eine Nebenrolle spielen, und erste Rabatt-Aktionen gestartet werden. Aufgelaufen liegen zahlreiche Händler auf oder leicht unter dem Niveau des Vorjahres.
Nordrhein-Westfalen (-2% bis +11%)
Die Schuhhändler in Nordrhein-Westfalen waren mit den Umsätzem im Berichtsmonat Oktober zufrieden, auch wenn der Verkauf stellenweise eher schleppend verlief. Die Damen aus NRW interessierten sich für ungefütterte Stiefeletten und Chelsea-Boots. Die Formen mussten schlank und die Absätze blockig sein. Ein weiteres Thema waren Schnürstiefeletten, zumeist in den Farben Schwarz und Grau. Unter den Materialien standen mehr Glattleder als Velourleder im Fokus des Interesses. Die Herren blieben zurückhaltend. Für sie war das Wetter noch nicht kalt und nass genug, um sich neues Schuhwerk zu zulegen. Den Umsatz brachten Business-Schnürer in Schwarz und Braun. Von den jüngeren Kunden wurden Schnürschuhe mit farbigen Senkeln und Lochung sowie knöchelhohe Stiefeletten aus Velours gekauft. In den Kinderabteilungen waren Sneaker, oftmals sehr bunt, und Trekkingschuhe beliebt. Die größeren Mädchen suchten weitgehend schlichte Stiefel in Schwarz und Braun.
Baden-Württemberg (-2% bis +9%)
Die Geschäfte im Oktober verliefen für die meisten der befragten Schuhfachhändler eher mittelmäßig. Angesichts der schwachen Vorgaben aus dem Vergleichszeitraum erzielten die meisten von ihnen ein einstelliges Plus. Kühlere Temperaturen und regnerisches Wetter brachten die Kunden in die Stores. Doch die guten Abverkäufe erwiesen sich zumeist als Strohfeuer, die bei manchen Händlern die Bilanz retteten. Favoriten blieben in den Damenschuhabteilungen Stiefeletten in allen Variationen, oftmals mit kleinen bis mittelhohen Absätzen, aber auch mit dicken Sohlen. In puncto Farben waren Braun, Schwarz und Grau unter den Kundinnen besonders beliebt. Des Weiteren lagen Chelsea-Boots in Brauntönen, Cognac und Bordeaux im Fokus. Bei den Herren lief es nicht wirklich prickelnd, berichteten die befragten Händler. Hier dominierten Schnürer mit Gummisohlen, leicht gefütterte Stiefeletten und Chelsea-Boots in Glattleder. Die Umsätze mit Kinderschuhen zogen an. Vor allem Gummistiefel, Halbschuhe und Stiefeletten mit Tex-Material kamen bei der jungen Kundschaft gut an. Aber auch bunte Sneaker bei den Jungen und knöchelhohe Stiefeletten bei den Mädchen standen auf der Wunschliste.
Rheinland-Pfalz/Saarland (-14% bis +6%)
Mode geht – Standard steht! Selten, dass die Abverkäufe in Sachen Mode und Bedarf so weit auseinander lagen. Das trockene und milde Wetter sowie die Ferien- und Urlaubszeit führten einige Händler als Gründe für die miserablen Umsätze im Oktober an. Nach vielversprechendem Start brachen bei einigen Schuhhäusern die Umsätze zur Monatsmitte total ein. Worte wie totenstill, wurden da schon mal bemüht, wenn es um die Beschreibung der Frequenz ging.
Stiefel waren kaum nachgefragt und Warmfutter nur an den wenigen kalten Tagen, dafür aber vermehrt im hochpreisigen Segment. Sneakers, mit Prägungen oder im frechen Materialmix wurden bei den Damen vor Halbschuhen als Bestseller genannt. Witzige Sohlenformen und – farben, sowie bunte Schnürsenkel sorgten für Farbtupfer. Aufgepeppte Klassiker, erfreulicher Weise in den oberen Preislagen wurden zum Beginn der Ballsaison recht gut nachgefragt. Sportliche Sneakers, bevorzugt mit etwas besonderen Böden, sorgten auch bei den Herren für recht gute Umsätze. Viel zu ruhig ging es hingegen in den Kinderabteilungen zu. “Hier fehlten die nassen Füße”, so einer der Befragten zu den Gründen für die Pleite.
Bayern (Pari bis +9%)
Wie gewonnen, so zerronnen. Viele Händler in Bayern verzeichneten in den ersten Wochen des Berichtsmonats eine sehr gute Umsatzentwicklung. Zum Bedauern der Befragten schmolzen diese Gewinne jedoch gegen Ende des Oktobers zunehmend dahin. Steigerungen über 5% gegenüber dem Vorjahr waren die Ausnahme. In den Abverkaufslisten fanden sich viele unterschiedliche Modelle und Typen. „Uns fehlt ein echter Knaller“, so einer der Befragten. Gut haben sich Chelsea-Boots und Lack-Schnürer entwickelt. Hinzu kamen im Oktober Sneaker sowie die mittlerweile wohl unvermeidlichen Ugg-Boots.
Schweiz
Der Umsatzbericht vom Oktober 2015 ist alles andere als erbauend. Es ist langsam aber sicher bemühend – noch immer wartet der Schuhhandel auf bessere Zeiten! Die Umsätze präsentieren keine erfreulichen Zahlen. Von -8% bis +2%, und das schon über eine längere Zeit. Das frühlingshafte Wetter trägt auch nicht zu einem positiveren Ergebnis bei. Es ist nicht erstaunlich, dass dieser Geschäftsgang auch beim Jahresvergleich seine Auswirkungen zeigt. Kumuliert liegen wir in der Schweiz bei -8% bis Pari. Die Frage die sich alle stellen: „Was bringen uns der November und Dezember?“