Schleswig-Holstein
+9 % bis +18 %
Die Pluszahlen zeigen, dass endlich der Abverkauf der Herbst/Winterware begonnen hat, vorzugsweise in den Damenabteilungen. Zu Aussagen, was modische Richtungen anbelangt oder wo die Renner der Saison auszumachen sind, konnten sich die Befragten nicht hinreißen lassen. Letztlich geht die Damenwelt auf Nummer sicher beim Schuheinkauf und bevorzugte im September dunkle bzw. schwarze Schuhe. So gut wie keine anderen Farben wurden aus dem Handel benannt. Pumps und Langschaftstiefel spielten eine Randrolle, und das auch nur im ganz klassischen Bereich. Standard- und Bedarfskäufe stellten die Mehrheit dar, während Mode im Fachgeschäft immer mehr abgeschafft wird, wie sich einer der Interviewten äußerte. Warme Fütterungen und Felle wurden im September von den Kunden noch nicht verlangt oder gesucht. Wohl aber bequeme Schuhe für die dunkle Jahreszeit. Hier können Fachgeschäfte punkten, und es wird ihnen durch regelmäßig wiederkehrende Kundschaft gedankt. Unterschiedliche Weiten, halbe Größen, Macharten, die dem Fuß guttun, und dazu umfassende, kompetente Beratung, das sind Kriterien, die diese Kundin schätzt und dann auch würdigt.
Hamburg
+4% bis +12%
Es ging schleppend los im September. Zunächst schienen die Kunden erst einmal zu gucken, was es so alles gibt. Zum Kaufen kamen sie, wenn überhaupt, erst ab 16.30 Uhr in die Geschäfte. Dann plötzlich kam doch noch Zug ins Schuhgeschäft. Gut abgeschlossen haben den September am Ende alle Abteilungen der Schuhgeschäfte, besonders herauszuheben aber sind die Damenabteilungen sowie, soweit vorhanden, die Kinderabteilungen. Besonders modisch ging es dabei nicht zu in Hamburg. Stiefeletten stellten mit Abstand die bedeutendste Warengruppe dar. Und dabei war alles etwas derber und kräftiger als in der Vergangenheit. Man könnte auch sagen: Klobiger. Blockabsätze und Plateau sorgen für diesen Eindruck. Grundsätzlich waren die Abverkäufe in Hamburg durch wenig Farbe und kaum modische Akzente geprägt. Schwarz ist bislang die stärkste Farbe. Deutlich weniger Braun als in den Vorsaisons wurde verkauft. Taupe sowie Blau und dunkles Rot wurden vom Handel neben Schwarz und Braun genannt.
Niedersachsen/Bremen
+6% bis +15%
Vor dem Hintergrund besonders schwacher Vorgaben erzielten die norddeutschen Händler durch die Bank positive September-Ergebnisse. Allerdings wurde diese realistisch eingeordnet. „Eigentlich hatten wir auf eine deutlichere Steigerung gehofft“, erklärte ein Händler aus Bremen. Diese Hoffnungen haben sich jedoch nicht erfüllt. Überwiegend wurden lediglich die Verluste aus dem Vorjahr ausgeglichen. Daher erklärte eine Befragte: „Es ist ein Auf-der-Stelle-treten.“ Deutlich nach vorne habe sich auch die Mode nicht entwickelt. Gut abverkauft wurden vor allem bekannte Schuhtypen und Formen. Verrundete Leisten, Schnürer und Stiefeletten gehörten zu den Bestsellern. Auch die Farbe Grau und Kombinationen mit Lack wurden positiv besprochen. Die ’neue Spitze‘ stieß dagegen nur auf mäßiges Interesse. Langschaftstiefel wurden nur eine Blickes gewürdigt, wenn sie reduziert waren. Nur sehr langsam kam im September das Geschäft mit den Herrenschuhen in Gang. Dagegen wurden zum Schulstart viele Kinder mit neuen Schuhen ausgestattet.
Nordrhein-Westfalen
+5% bis +21%
Die Händler in Nordrhein-Westfalen profierten wie die meisten ihrer Kollegen von einem schwachen Vorjahr und konnten somit den Monat September mit einer positiven Bilanz abschließen. Den Damen schienen die ersten Herbstboten Lust auf neue Schuhe zu machen. Mit dem Herbstwetter startete in den Damenabteilungen das Geschäft mit einer Vielzahl an Stiefeletten. Aber auch Halbschuh-Schnürer mit kräftigen Leichtsohlen und Sneaker ging recht flott über die Ladentheke. Bei den Herren wurden die Erwartungen bei weitem übertroffen. Als ob sie über ihren Schatten gesprungen seien, starteten sie in die Herbstsaison mit klassischen Schnürschuh-Modellen und sportlichen Sneakern. In den Kinderabteilungen wurde indes die gesamte Palette der Markenturnschuhe gegriffen. Winterboots wurden weitestgehend noch vernachlässigt.
Hessen
+5% bis +13%
„Es ist mühsam, sehr mühsam.“ Von Euphorie war bei den meisten Befragten auch nach den guten September-Zahlen keine Spur. Diese waren in erster Linie den schwachen Vorgaben zu verdanken. Vielerorts reagierten die Kunden noch zurückhaltend auf die neue H/W-Ware. So manch ein Händler spekulierte angesichts dieser Entwicklung bereits über eine generelle Konsumkrise: „Die Verunsicherung der Verbraucher ist scheinbar doch größer als angenommen.“ Zum Teil würden Kunden sehr lange überlegen, bis sie zu einer Kaufentscheidungen gelangen. „Es ist manchmal so, als ob sie ein Haus mit Grundstück erwerben würden“, so ein Händler. Unter den bisherigen Rennern der Saison finden sich viele bekannte Modelle: Stiefeletten auf gemäßigten, blockigen Absätzen und Schnürer auf dickeren Sohlen bei den Damen, sowie sportive Modelle – gerne mit Gore-Tex – bei den Herren.
Rheinland-Pfalz
-2% bis +14%
Alles, außer gewöhnlich – so lassen sich die gefragtesten Modelle im September wohl am besten auf einen Nenner bringen. Insgesamt machten die befragten Händler einen zufriedenen Eindruck. Die saison- und wetterabhängige Standardware blieb zwar noch deutlich hinter den Erwartungen und den Vorjahreswerten zurück. Die milde und überwiegende trockene Witterung veranlasste die Kundschaft nur zu den unbedingt nötigen Ersatzbeschaffungen. Wer bei der Order nicht nur auf Sicherheit gesetzt hatte, wurde offensichtlich belohnt. Von beachtenswerter Kaufbereitschaft sprachen einige Händler, die auf ein überwiegend mutiges und gewagteres Sortiment gesetzt hatten. „Für Neues und Außergewöhnliches war man auch bereit, etwas mehr auszugeben“, so ein positiver Kommentar aus Händlersicht. Schnürer und sportliche Halbschuhe lagen in der Gunst der weiblichen Kundschaft ganz vorne. Doch auch Stiefeletten trugen zu der erfreulichen Gesamtbilanz bei. Glänzende Metallicoberflächen und gewagte Töne wurden gut angenommen. Die Herren zeigten sich weniger mutig, was Farbe und Materialmix betraf. Hier kam das H/W-Geschäft noch nicht so recht in Schwung. Sneakers in schönen Schnitten und kräftigen Farben lagen deutlich vor leicht gefütterten Schnürstiefeln, was die Umsatzanteile betraf. Auch Schuhe mit Funktionsmaterialien waren schon gefragt, was sich im Geschäft mit Wander- und Freizeitschuhen wiederspiegelte.
Baden-Württemberg
Pari bis +18%
Auch wenn die meisten der befragten Schuhfachhändler in Baden-Württemberg im September ein Plus in den Verkaufsbüchern notieren konnten, so wussten sie zugleich, dass das Ergebnis auf einem sehr niedrigem Vorjahresniveau fußte. Aber nach einem katastrophalen Vormonat nimmt man eben alles mit, was man kriegen kann, so der Tenor der Händler. Die neue Ware kam bei den Damen ausgezeichnet an. Verkaufsschlager waren vielerorts Stiefeletten. Aber auch Sneaker standen im Fokus der Käuferinnen, die einmal mehr zeigten, dass das Thema noch lange nicht vorüber ist. Chelsea Boots mit farbigen Gummieinsätzen, meist in Glattleder, waren ebenfalls ein tonangebendes Thema in den Damenschuhabteilungen. Von Zurückhaltung war bei den Herren keine Spur; sie entschieden sich für Halbschuhe mit rustikalen Böden, aber auch für sportliche und zugleich elegante City-Schnürer. Für die Kinder wurden vornehmlich Bedarfskäufe getätigt, darunter gehörten Sneaker, Halbschuhe bei den Jungen und Schnürbooties für die Mädchen.
Bayern
-5% bis +10%
Der September verlief in Bayern mehr oder weniger erfreulich. Während einige Händler ein leichtes bis moderates Plus meldeten, klagten andere über Frequenzrückgänge und ein allgemein zu mildes Wetter. Insbesondere die Rabattaktionen im E-Commerce sowie bei zahlreichen Vertikalen und Multilabelstores bereiteten vielen Schuhfachhändlern Kopfzerbrechen. „Schuhe haben bald im Kopf der Verbraucher gar keinen Wert mehr“, klagte ein befragter Händler. Andere konnten die Nachfrage nach Langschaftstiefeln nicht bedienen, weil die Kollektionen für H/W 2015/16 dieses Thema „einfach nicht hergaben“. „Längst nicht alle Kunden lassen sich von der Mode diktieren, was sie zu kaufen haben“, brachte es ein Schuhexperte auf den Punkt. Zum Glück waren allerorts genug Dandy-Modelle vorhanden, denn auch danach schauten die Kundinnen – vor allem in feinen Veloursledern. Neben Chelsea-Boots gehörten sie zu den erfolgreichsten Modellen in den Damenschuhabteilungen. Bei den Farben waren neben Schwarz und Cognac Bordeauxtöne sowie dunkles Grün gefragt. Die Herren suchten ausschließlich nach Funktionsware ohne modischen Anspruch. Auch in den Kinderabteilungen schloss man den September mit gemischten Gefühlen ab – die Herbstferien spülten zwar viele kleine und große Touristen ins südlichste Bundesland, bei dem traumhaften Wetter wurde allerdings eher gewandert als geshoppt.
Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg
-12% bis +20%
Der Monat September verlief in den meisten Regionen zufriedenstellend und Ergebnisse im Minusbereich blieben die Ausnahme. Es konnten noch immer ausreichend offene Schuhe verkauft werden, trotzdem hinderte das sommerliche Wetter die meisten Kundinnen nicht, sich für modische Übergangsware zu interessieren. Gefragt waren bei den Damen vor allem Hochfrontpumps beziehungsweise Schnürstiefeletten in Bequemweite H, mit einem leichtem Innenfutter und kleinem Absatz oder auch Sportschuhe und Slipper. Als bevorzugte Farben wurden sowohl Braun als auch Bordeaux sowie Farb- sowie Materialkombinationen ausgewählt. Dazu gehörten die neuen, farblich passenden Taschen. Bei den Herren sah es verhältnismäßig ruhig aus, hier wurden vor allem hochwertige Schnürer und Sportschuhe in dunklen Farbtönen gesucht. Im Kinderbereich waren Sandaletten für die Kita der Renner.
Berlin
-2% bis +16 %
Für die einen Händler waren die Vorgaben sehr hoch, andere sprachen von einem schwachen Vorjahr. Alle gemeinsam meinten jedoch, dass der Monat recht schleppend begonnen habe, trotzdem seien sie mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden. Sommerliche Ware war kein Thema mehr, dagegen interessierten sich die Damen für die neue Herbstkollektion. Nicht nur Pumps oder Stiefeletten wurden gefragt, sondern auch trendige flache Schnürer oder bequeme Slipper und sportive Freizeitschuhe. Ebenso wurden gern bequeme Hochfrontpumps mit kleinen Absätzen gekauft. Kroko-Prägung, metallisch schimmernd und vor allem Brauntöne waren angesagt. Und dazu die passenden Accessoires sowie Tücher, Taschen oder Hüte. Wie kaum anders zu erwarten, trugen die Herren nur geringfügig zum erfolgreichen Umsatz bei und der saisonale Abverkauf für Kinderschuhe hatte noch nicht eingesetzt.
Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen
-12% bis +10 %
Das Vorjahresergebnis war unbefriedigend und auch die diesjährige Septemberbilanz war nicht optimal. Obwohl die Händler auf ein besseres Resultat gehofft hatten, zeigten sie sich ziemlich gelassen. Vorrangig ging es um modische Übergangsmodelle. Hierzu gehörten hauptsächlich komfortable Schnür- und Schlupfstiefeletten mit einem leichten Innenfutter sowie einem bequemen Absatz. Hochfrontpumps, Slipper sowie Schnürer im Bequembereich waren ebenfalls gefragt. Vereinzelt wurden bereits lammfellgefütterte Stiefel verkauft oder elegante Pumps. Bordeaux, Grün- und Schlammtöne wurden gern ausgewählt. Über Herrenschuhe wurde widerwillig gesprochen, da hier so gut wie keine Abverkäufe zu verzeichnen waren und bei den Kinderschuhen sah es auch nicht viel besser aus.
Schweiz
-10% bis +7,5%
Harzig, harzig, so verlief der Monat September. Die Kunden sind vorsichtig und abwartend. Außerdem spürt der Schuhdetailhandel die bis zu 20% niedrigeren Verkaufspreise. Dieser Ausfall lässt sich nicht mit mehr Paarverkauf kompensieren. Kumuliert sieht es bis Ende September gegenüber Vorjahr mit einem -1% bis -6% auch nicht gut aus. Nur ein kalter Winter kann diesen Trend noch positiv verändern.