2020 forderte Görtz-Geschäftsführer Frank Revermann im Gespräch mit schuhkurier eine „dringende“ Veränderung der Mieten: „Es darf keine Mindestmieten geben. Stattdessen sollte es umsatzabhängige Mieten geben, die monatlich angepasst werden können.“ Gerade erst kündigte der Wuppertaler Schuhfilialist Klauser/Salamander an, mit den Vermietern seiner 82 Standorte über eine „Kombination aus reduzierter Fix- und zusätzlicher Umsatzmiete“ verhandeln zu wollen. Die ergänzende Umsatzmiete solle die Vermieter bei Übertreffen der geplanten Umsätze am Erfolg des Unternehmens beteiligen. Das Modell der Umsatzmieten kursiert im stationären Schuhhandel. Es kann ein Weg sein, die Mieten an sinkende Umsätze anzupassen. Klaus Striebich, Berater für Retail und Real Estate und langjähriger Kenner der Szene, hält die pauschale Forderung nach einer reinen Umsatzmiete zwar für „eher populistisch“. Sie sei aber ein gutes Instrument, wenngleich „nicht allein seligmachend“.
„Umsatzmieten können situations- und fachgerecht angemessen sein“, so Striebich. Vermieter stünden aktuell solchen Überlegungen zwar eher ablehnend gegenüber. Klar sei aber auch: Das aktuelle Mietensystem habe nichts mehr mit Angebot und Nachfrage am Immobilienmarkt zu tun. Man könne als Vermieter nicht mehr unbedingt davon ausgehen, dass binnen kurzer Zeit ein neuer Mieter gefunden wird, wenn das Schuhhaus aus der Immobilie erst einmal ausgezogen ist. Und auch wenn die Geschäftsbeziehung nicht unmittelbar vor dem Ende steht, könne es sinnvoll sein, auf eine Umsatzmiete umzustellen. „Eine Umsatzmiete tut vielleicht am Anfang weh. Sie ist arbeits- und beschäftigungsintensiv. Man muss sich als Vermieter mit seinem Mieter auf Tages- und Situationsbasis befassen, statt sich für zehn Jahre mit einer fest vereinbarten Miete zurückzulehnen.“ Sie könne aber die Basis für eine weiterhin gute Geschäftsbeziehung sein. Und: Man werde in den kommenden Jahren wahrscheinlich häufiger Umsatzmieten im Handel finden. Es lohne sich also, sich mit dem Konzept auseinanderzusetzen.