Als sogenannter "Picker", jemand – der die Ware aus den Regalen sucht, musste Caro Lobig täglich zwischen 18 und 27 Kilometern zurücklegen. Sitzen ist während der acht Stunden zwar erlaubt, wird aber nicht gerne gesehen und wird von den Teamleitern konsequent angesprochen. Zudem herrscht laut RTL ein hoher Zahlendruck bei den Pickern, die jede Woche ein Feedback-Gespräch führen und mit Drohungen zur Leistungssteigerung angetrieben werden sollen. Auf gesundheitliche Probleme nehme dabei niemand Rücksicht.
„Aus unserer Sicht entspricht diese Darstellung in keiner Weise der Unternehmenskultur und Mitarbeiterstimmung in der Logistik von Zalando. Unser Ziel und Anspruch bei Zalando ist es, ein guter und verantwortungsvoller Arbeitgeber zu sein. Daran arbeiten wir jeden Tag gemeinsam mit unseren Mitarbeitern und fördern eine unternehmerische und partizipative Unternehmenskultur, in der jeder einzelne Mitarbeiter mitdiskutieren und mitgestalten kann“, reagierte David Schröder, Geschäftsführer Zalando Operations, in eime Statement auf der Zalando-Homepage auf die Reportage. Das Unternehmen werde „genau prüfen, in welchen Punkten die Kritik des Berichts zutrifft und ob es sich hierbei um systematische Probleme oder Fehler Einzelner handelt.“ Die Prozesse in Erfurt seien von Zalando Mitarbeitern entwickelt worden und würden gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort ständig verbessert. Sie entsprächen allen gängigen Standards in der heutigen Logistik. Das in Eigenregie Logistik-IT-System helfe dabei, die logistischen Prozesse zu steuern, diene jedoch nicht der Überwachung und Kontrolle einzelner Mitarbeiter.
Die RTL-Reportage sehen Sie in voller Länge hier.