Die US-amerikanische Schuhindustrie schlägt Alarm. Wie das US-amerikanische Branchenmedium Footwear News berichtet, hat die U.S. Footwear Manufacturers Association (USFMA) in einem offenen Brief an Präsident Donald Trump gefordert, Zolleinnahmen aus Importen in den Aufbau einer starken nationalen Schuhlieferkette zu investieren.
Laut USFMA-Geschäftsführer Bill McCann liege enormes Potenzial im heimischen Markt. Aktuell werden in den USA nur rund 25 Mio. der jährlich verkauften 2,7 Mrd. Paar Schuhe produziert – weniger als 1% Marktanteil. Ziel der Branche sei es, mittelfristig mindestens 5 % oder 135 Mio. Paar jährlich im Inland zu fertigen. Dafür brauche es eine einmalige Bundesinvestition von 5 Mrd. US-Dollar.
Die Mittel sollen vor allem in moderne Fertigungsanlagen, Automatisierung und KI-gestützte Technologien fließen. Das Ziel: Resiliente Lieferketten, Tausende neue Jobs und technologische Wettbewerbsfähigkeit. „Der Staat muss jetzt strategisch investieren, um privates Kapital zu mobilisieren“, heißt es in dem Schreiben.
Doch die Forderungen der Branche gehen über wirtschaftliche Aspekte hinaus. McCann verweist auf sicherheitspolitische Schwächen: Ein Pentagon-Wargame habe gravierende Engpässe bei militärischer Ausrüstung, insbesondere bei Schuhen und Textilien, offengelegt. Die USA wären derzeit nicht in der Lage, ihre Streitkräfte im Krisenfall ausreichend zu versorgen. Ein Ausbau der Produktionskapazitäten würde über 18 Monate benötigen.
Bis zu 50% der US-Soldaten tragen laut Footwear News derzeit importierte Stiefel – meist aus Vietnam oder China. Abhilfe schaffen soll das BOOTS-Gesetz (Better Outfitting Our Troops), das vorschreibt, dass sämtliche militärisch genutzten Stiefel künftig in den USA produziert werden müssen.
Der USFMA-Appell richtet sich daher nicht nur an Trump, sondern auch an weitere Schlüsselpersonen: Verteidigungsminister Pete Hegseth, Handelsminister Howard Lutnick, Finanzminister Scott Bessent sowie den Handelsbeauftragten Jamieson Greer.
„Wir brauchen ein Steuersystem, das heimische Produktion stärkt – und eine Strategie, wie wir wirtschaftliche Stärke und nationale Sicherheit durch unsere Industrie sichern können“, so McCann. Unterstützt wird der Vorstoß unter anderem von Unternehmen wie New Balance, DESMA und Signet Mills.