Auch die Vereinigten Staaten sehen sich mit einem explosionsartigen Anstieg an Paketsendungen aus China konfrontiert. Immer mehr Pakete fallen dabei den US-China-Zöllen auf, da diese ein sogenanntes De-minimis-Schlupfloch ausnutzen. Diese ermöglichen es, Pakete mit einem Wert von weniger als 800 US-Dollar mit relativ geringer Prüfung in die Vereinigten Staaten zu senden. Auf diese Weise stieg der Wert der De-minimis-Sendungen in der letzten Dekade von 140 Mio. Paketen auf über 1 Mrd. Pakete an, heißt es von dem Nachrichtenmedium CNBC.
„Der drastische Anstieg der De-Minimis-Lieferungen hat es zunehmend schwieriger gemacht, illegale oder unsichere Lieferungen in die USA ins Visier zu nehmen und zu blockieren“, sagte Daleep Singh, stellvertretender nationaler Sicherheitsberater für internationale Wirtschaft, am Donnerstag in einem Telefonat mit Reportern. Im Fokus stehen dabei vor allem die chinesischen Fast-Fashion-Anbieter Temu und Shein.
Nun kündigte die aktuelle Regierung unter Präsident Joe Biden eine Strategie gegen diese Ausnutzung der De-minimis-Regelung an. Unter anderem sollen bei einer neuen Regelung Überseelieferungen von Produkten, die den entsprechenden Zöllen unterliegen, nicht mehr von der Zollbefreiung profitieren können. Auch sollen zusätzlich spezifische Daten von Personen einbezogen werden, die etwaige De-minimis-Sendungen beantragt.
Die neuen Regelungen werden nun von der Biden-Regierung vorgelegt. Im nächsten Schritt muss der US-Kongress zustimmen, ein Gesetz zur Überarbeitung der ursprünglichen De-minimis-Regelung zu verabschieden.