Vaude baute in den vergangenen Jahren seinen Standort Tettnang kontinuierlich aus. Dafür stehen der Bau eines neuen Logistikzentrums (2010), der als nachhaltig zertifizierte Umbau des Firmengebäudes (2015) oder der Neubau der Produktionshalle für die Manufaktur (2017). Vaude war maßgeblich sowohl am Aufbau der Fachmesse Outdoor, die 1994 erstmals in Friedrichshafen stattfand, als auch an der Gründung des Branchenverbands European Outdoor Group (EOG) beteiligt. „Damit wurde der Begriff Outdoor etabliert und das Wir-Gefühl gestärkt“, erinnert sich Albrecht von Dewitz. Seit 2010 engagiert sich Vaude als Mitglied – seit 2015 mit Leader-Status – der Fair Wear für faire Arbeitsbedingungen in der globalen Textilindustrie. Als Gründungsmitglied des „Bündnisses für nachhaltige Textilien“ hat Vaude zur Einführung des staatlichen Textilsiegels „Grüner Knopf“ beigetragen.
30% CO2-Emissionen gesenkt
Vaude entwickelt nicht nur Produkte, sondern verstärkt auch Dienstleistungen und nachhaltige Lösungen. Dazu gehören Pflege- und Reparatur-Angebote, der Mietservice oder der neue Second Hand Online-Shop. Damit möchte Vaude dafür sorgen, dass die Produkte länger im Einsatz bleiben und Ressourcen geschont werden. Vaude hat sich das Ziel gesetzt, ressourcenentkoppelt zu wachsen: Die Outdoormarke konnte ihre weltweiten CO2-Emissionen im Jahr 2023 im Vergleich zu 2019 um 30% reduzieren, während der Umsatz in diesem Zeitraum um 32% gewachsen ist. „Das ist ein sensationelles Ergebnis auf unserem Weg zu unserem Ziel, bis 2030 unsere Emissionen aus der Lieferkette zu halbieren“, sagt Firmenchefin Antje von Dewitz und betont: „Wir können nachweislich zeigen, dass es machbar und lohnend ist, die Herausforderungen, die der Klimawandel an uns stellt, gemeinsam anzupacken. Es macht Mut zu sehen, dass markenübergreifendes Engagement in der Lieferkette zum Erfolg führt.“
Der mit Abstand größte Anteil der unternehmensweiten Emissionen entstehe bei der Herstellung der Materialien. Die Einsparungen in diesem Bereich seien vor allem durch ein gemeinsames Projekt innerhalb der Outdoor-Branche und in Zusammenarbeit mit ausgewählten Lieferanten erreicht worden. Der stärkste Hebel der CO2-Einsparungen liege dabei im Kohle-Ausstieg. „Mehrere Lieferanten haben in den letzten Jahren Kohle-Boiler, die vor allem zur Wassererhitzung beim Färben von Stoffen gebraucht werden, gegen emissionsärmere Erdgas- oder Biomasse-Boiler ausgetauscht. Das ist absolut wegweisend beim notwendigen Übergang von fossilen zu erneuerbaren Energieträgern. Darüber hinaus sind die enormen Einsparungen auf die vielfältigen Energieeffizienz-Maßnahmen z. B. Investitionen in emissionsärmere Färbemaschinen zurückzuführen“, betont Leonie Lennartz, die bei Vaude am Erreichen der Klimaziele arbeitet.