„Pandemie, Kriege, Wirtschaftskrise, Rezession: Krisen sind das New Normal“, sagte Angela Titzrath, Vorsitzende der Geschäftsführung der Hamburger Hafen und Logistik AG, auf dem Handelskongress Deutschland in Berlin. Bezogen auf die Logistik könne man nicht einfach alle Probleme der Lieferketten „wegmanagen“. Dabei verhält es sich nicht nur bei der Logistik so: Krisen fordern Veränderungen, und einige Veränderungen sind dauerhaft. Die Artikel dieser Ausgabe eint genau dieses Thema: Veränderungen. So beleuchtet mein Kollege Christopher Mastalerz etwa die Umstellungen des Gebührenmodells von Zalando und sprach dafür mit verschiedenen Händlerinnen und Händlern. Die neue Strategie des Online-Händlers forderte ein Umdenken der Connected-Retail-Partner: Die Produktauswahl wurde überdacht, nur bestimmte Preislagen werden heute angeboten. Die Rentabilität von Ordern für Zalando wurde ein Jahr später hinterfragt, sodass die Gebührenanpassung für manche sogar einen potentiellen Ausstieg aus dem Programm bedeutete.
Auch der Herzogenauracher Sportartikelhersteller Adidas kündigte vor rund einem Jahr Veränderungen an. Nach dem Wechsel im Vorstand standen die Zeichen unter dem zurückgekehrten CEO Bjørn Gulden für den Einzelhandel gut. Dem pflichtete auch Silja Hintz, Vice President Sales Central Europe, bei: „Wir sind überzeugt, dass die enge Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel ein Schlüsselfaktor ist“, sagte sie in einem Interview im Sommer 2024. Wie sich diese Beziehung zum Einzelhandel seitdem entwickelt hat, hat Petra Steinke von Händlern wissen wollen. Und auch der Schlüsselkundentag von Etos wurde in diesem Jahr einigen Veränderungen unterzogen. Nicht nur firmierte er Mitte November in Werne erstmals unter dem klareren Namen Kundentag, auch referierten diesmal statt Händlern, die von ihren Erfahrungen berichteten, hauptsächlich Etos-Partner über ihre neuesten Sotftwärelösungen.
Und dann gab es da den Handelskongress Deutschland in Berlin. Neben dem üblichen politischen Schlagabtausch gab es hier wiederholt den Aufruf zu mehr Kooperation, um auch für zukünftige Veränderungen gewappnet zu sein. „Jeder, der versucht, einseitig eine Agenda durchzuziehen, wird scheitern“, so Sven Giegold von den Grünen. Welche Themen außerdem besprochen wurden – und auch, warum HDE-Präsident Alexander von Preen die Bühne mit einer Kettensäge bewaffnet betrat – lesen Sie in dieser Ausgabe.