Wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) berichtet, ist die Erholung der Verbraucherstimmung in Deutschland im Juni nach vier Anstiegen in Folge zum Stillstand gekommen. Wie aus der Analyse von GFK und dem Nürnberger Institut für Marktentscheidungen e.V. hervorgeht, werden die Verbraucher insgesamt vorsichtiger in ihren Konsumausgaben. Der Konsumklimaindex sinkt dabei um 0,8 Zähler auf -21,8 Punkte.
Zum einen dämpfen die gesunkenen Einkommens- und Konjunkturerwartungen die Stimmung. Einen wesentlichen Grund hierfür sehen GFK und NIM in dem Anstieg der Inflationsrate. Diese entfernte sich zuletzt vom Zielwert der Europäischen Zentralbank in Höhe von 2% und betrug im Mai zuletzt 2,4%. Laut NIM geben dabei etwa 62% der betroffenen die steigenden Preise als Grund für ihren Einkommenspessimismus an.
Dementsprechend verhält sich die Entwicklung der Spar- und Anschaffungsneigung. Während erstere im Juni von 3,2 Punkten auf 8,2 Punkten anstieg, entwickelte sich die Anschaffungsneigung gegensätzlich dazu. Hier verliert der Indikator 0,7 Punkte und sinkt auf einen Wert von -13 Punkten. Die Anschaffungsneigung verbleibt damit seit zwei Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau.
„Die Unterbrechung des zuletzt verzeichneten Aufwärtstrends des Konsumklimas zeigt, dass der Weg aus der Konsumflaute mühsam werden wird und es immer wieder zu Rückschlägen kommen kann“, erklärt Rolf Bürkl, Konsumexperte beim NIM. „Die im Mai wieder etwas höhere Inflationsrate im Land sorgt für mehr Verunsicherung bei den Konsumenten, die auch im Anstieg der Sparneigung zum Ausdruck kommt. Für eine nachhaltige Erholung der Konsumstimmung benötigen die Verbraucher – neben den existierenden realen Einkommenszuwächsen – auch Planungssicherheit, die vor allem für größere Anschaffungen der Haushalte notwendig ist. Und diese Planungssicherheit wird dann zurückkehren können, wenn zum einen der Preisauftrieb weiter gebremst wird, und zum anderen den Verbrauchern klare Zukunftsperspektiven aufgezeigt werden. Dazu gehört auch, dass von der Regierung zügig und klar kommuniziert wird, was auf sie als Folge der anstehenden Haushaltsberatungen an Be- und Entlastungen zukommen wird. Dann können sich auch die spürbaren realen Einkommenszuwächse durchsetzen und die Verbraucher werden verstärkt bereit sein, größere Ausgaben zu tätigen.“