Seit Freitag streiken Beschäftigte in den Zalando-Logistikzentren Mönchengladbach und Erfurt. Parallel dazu finden bis einschließlich Dienstag (2. Dezember) Protestaktionen in vierzehn der sechzehn deutschen Zalando-Outlet-Stores statt – darunter in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen und Berlin. Ziel ist es laut der Gewerkschaft Verdi, Zalando zur Aufnahme von Tarifverhandlungen zu bewegen.
Die Gewerkschaft fordert vom Online-Modehändler die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels. Trotz einzelner Verbesserungen nach früheren Streiks seien die aktuellen Löhne und Arbeitszeitregelungen noch immer deutlich unter dem tariflichen Niveau. Dabei erwartet Zalando für das laufende Jahr einen Vorsteuergewinn von über einer halben Milliarde Euro – umgerechnet 36.000 Euro pro Beschäftigten.
„Die Weigerung Zalandos, seinen Beschäftigten die Sicherheit und Wertschätzung eines Tarifvertrages zuzugestehen, ist ein Skandal und einem Unternehmen, das mit Millionengewinnen zu den profitabelsten Online-Händlern Europas gehört, unwürdig. Der Unternehmens-Slogan ’free to be‘ ist für die Beschäftigten dabei blanker Hohn”, kritisiert Silke Zimmer, Mitglied im Verdi-Bundesvorstand.
Die Aktionen vor den Outlet-Stores sollen auch Kundinnen und Kunden auf die Situation aufmerksam machen und zur Solidarität aufrufen. Zwar hatte Zalando in der Vergangenheit als Reaktion auf Proteste Löhne und Urlaubsregelungen angepasst, lehnt aber weiterhin einen Tarifabschluss ab.
„Unsere Streiks zeigen Wirkung“, so Zimmer, „wir werden den Druck aufrechterhalten, bis Zalando seinen Beschäftigten endlich die angemessene Wertschätzung entgegenbringt und sich zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag bereit erklärt.“