Zum dritten Mal zieht die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit zehntausenden Beschäftigten in diesem Herbst auf die Straße. Dabei streiken die sie am 10. November erneut für einen Tarifabschluss. „Dieses Mal ist die Wut auf die Arbeitgeber besonders groß“, heißt es seitens der Gewerkschaft. Grund dafür ist die Ankündigung des Dachverbands der Arbeitgeber, der Handelsverband Deutschland. Dieser gab an, an keinen weiteren Tarifverhandlungen teilzunehmen, ohne die regionalen Verhandlungen durch Spitzengespräche abzulösen.
Silke Zimmer, Verdi-Vorstandsmitglied und Zuständige für den Handel, kommentiert: „Das ist ein skandalöser Vorstoß der Arbeitgeber und ein einmaliger Akt in der Tarifgeschichte. Die Beschäftigten sind zu recht empört.“ Nach nur schleppenden Tarifverhandlungen im Sommer kam es erst in den letzten Wochen zu, laut eigenen Angaben, minimalen Verbesserungen. Weiterhin würden die Anforderungen der Gewerkschaft jedoch nicht erfüllt. Die aktuellen Ankündigungen würden die Unzufriedenheit weiter steigern. Hier kündigt Zimmer auch bereits Konsequenten für die nahe Zukunft an: „Wer Verhandlungen absagt, provoziert Streiks im Weihnachtsgeschäft. Denn die Absage aller Verhandlungstermine im Einzelhandel ist eine Kampfansage an die Beschäftigten und ihre ehrenamtlichen Tarifkommissionen. Sie ringen seit Monaten in stundenlangen Verhandlungen und Sondierungen um einen Tarifabschluss, der verhindert, dass es zu weiteren Reallohnverlusten kommt“.