Vietnams Schuhexporte beliefen sich im ersten Halbjahr 2026 auf 11,95 Mrd. US-Dollar. Das waren 0,5 % mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, wie die staatliche Vietnam Investment Review unter Berufung auf das vietnamesische National Statistics Office berichtet. Allein im Juni erreichten die Ausfuhren nach Angaben von Việt Nam News einen Wert von 2,16 Mrd. US-Dollar.
Wichtigster Absatzmarkt blieben die USA. Auf sie entfielen knapp 39 % der vietnamesischen Schuhexporte beziehungsweise rund 4,55 Mrd. US-Dollar. Das vietnamesische Industrie- und Handelsministerium bezeichnete das Land nach Gesprächen mit der Footwear Distributors and Retailers of America Mitte Juli als wichtiges Glied der US-Schuhlieferkette. Der US-Verband wiederum stufte Vietnam als strategischen Partner und zentrale Beschaffungsquelle ein.
Parallel arbeitet die Branche an einer umweltverträglicheren Produktion. Nach Angaben des Branchenverbands Lefaso haben vor allem größere Hersteller seit dem zweiten Quartal ihre Investitionen in sauberere Technologien, Automatisierung, Digitalisierung und umweltfreundlichere Materialien verstärkt. Treiber seien insbesondere strengere Vorgaben zu Emissionen, Rückverfolgbarkeit und Produktinformationen in wichtigen Absatzmärkten.
Eine Herausforderung bleibt die Abhängigkeit von importierten Materialien. Rohstoffe machen laut Lefaso rund 60 bis 65 % der Produktionskosten eines Schuhs aus. Der Verband fordert daher einen schnelleren Ausbau der heimischen Zulieferindustrie, strategische Materialreserven und neue Handelsplattformen. Damit soll die Lieferfähigkeit der Branche stabilisiert und ihre internationale Wettbewerbsposition gesichert werden.