Zum Portfolio des Linzers gehören heute außerdem zwei Tamaris-Stores; einer befindet sich nur wenige Häuser weiter auf der Landstraße in Linz, der andere im Einkaufszentrum Plus-City unweit des Flughafens. Ganz bewusst habe er sich für die Zusammenarbeit mit dieser Marke entschieden, erklärt der Unternehmer: „Wir brauchten Tamaris für einen weiteren Auftritt.“ Die Läden seien sehr erfolgreich, vor allem Anlassware sei stark gefragt, das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeuge die Kundinnen und Kunden. Auch an den beiden Tamaris-Standorten legt der Händler großen Wert auf ein perfektes Erscheinungsbild. Ein weiteres Geschäft unweit des Haupthauses – hier war zuletzt ein Giesswein-Store untergebracht – fungiert derzeit als Outlet. „Das ist nicht mein Wunsch, aber aktuell ein notwendiges Übel“, erklärt der Händler. Derzeit arbeitet er an neuen Konzepten für diesen Standort.
Jeden Tag steht der 42-Jährige selbst auf der Fläche. Er liebe es zu verkaufen, sagt er. Ebenso gern kauft er ein und stellt ein Sortiment zusammen, das es so nirgends gibt. Alma en Pena, Bibi Lou und Birkenstock, Pons Quintana, aber auch Gabor und Komfortmarken wie Semler. Und schließlich AGL, Tod’s und Hogan für die Damen. Auch eine Grundausstattung an Pumps hält „der eiler“ bereit. Für die Herren gehören Premiata und 4B12 zum Sortiment. Und natürlich Santoni.
Der Schuhhändler hat Freude an dem, was er tut. Doch er ist sich auch der Risiken und Herausforderungen bewusst. Viel zu früh werde heute reduziert, kritisiert er. So verliere der Handel an Glaubwürdigkeit: „Das ist eine Maßnahme, die nicht zu einer Lösung führt.“ Zugleich spürt er, dass steigende Kosten im Handel Druck erzeugen. Auch er müsse seinen Umsatz steigern. „Aber ich muss es ohne Verramschen schaffen. Mit anderen Marken und mehr Service.“ Und er fordert Unterstützung durch die Industrie – Stichwort Taktung und Lieferservice: „Nur wenn die Industrie uns die Werkzeuge gibt, können wir erfolgreich sein.“
An den Erfolg des Onlinehandels glaubt Peter Bangelmeier übrigens nicht. Im Internet kauften die Menschen immer dasselbe, sagt er: Produkte, die sie kennen und die ihnen passen. Das wirklich Neue, das Inspirierende finde man nur stationär. Damit das bei „der eiler“ funktioniert, setzt der Linzer auf ein besonderes Prinzip: Im Geschäft ist nur etwa 60 % der eingekauften Ware ausgestellt. Wünscht eine Kundin oder ein Kunde ein Modell in einer bestimmten Größe, wird nicht nur dieses gebracht, sondern gleich eine Auswahl weiterer Styles aus dem Lager. „So schaffen wir es, unsere Kundinnen und Kunden immer wieder neu zu überraschen“, berichtet der Unternehmer. Das kann für die Dame, die einen eleganten Style sucht, aber anspruchsvolle Füße hat, der komfortable Keilpumps aus Frankreich sein, in den sie hineinschlüpft und der auf Anhieb passt. Ein Schuh, den sie vielleicht selbst nicht aus dem Regal gegriffen hätte – der nun aber überzeugt.
Ein solcher Beratungsaufwand ist viel wert. Das gut 30-köpfige Team an den drei Standorten ist bestens geschult. Jeder, der hier arbeitet, kennt das Sortiment, die Marken und die Geschichten dahinter. Unverzichtbar in Zeiten der Konsumzurückhaltung. „Wir verkaufen exklusive Produkte, wir bieten ein besonderes Sortiment. Und wir schaffen das über Service und Bedienung“, sagt der Händler. Er wünscht sich mehr junge Menschen, die Lust auf den Verkauf haben. Um die Kundinnen und Kunden langfristig ans Unternehmen zu binden, soll die bereits jetzt umfangreiche Kundendatei künftig durch eine App ergänzt werden.
Während die Saison in seinen Geschäften läuft, bereitet sich der Inhaber auf den Sommer 2026 und die kommenden Messen vor: Er besucht die Supreme in München, die Ciff in Kopenhagen, die Micam in Mailand und zur Abrundung noch die Essenz in der bayerischen Landeshauptstadt. „Es ist wichtig, dass wir eine Vielfalt und einen guten Produktmix bieten“, erklärt er. „Und oft kaufe ich auch Dinge, die schwierig sind.“ Ergänzend bilden 5 % des Sortiments exklusive Produkte, die es sonst nirgends gibt. Diesen Anteil will der Linzer künftig weiter ausbauen.
Peter Bangelmeier glaubt an sein Konzept: „Wir haben ein einzigartiges Sortiment. Wir können Service bieten und haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wirklich verkaufen können. Das ist der Grund, warum ich das alles gemacht habe.“ Und so erzählt die Geschichte von „der eiler“ von einem, der auszog – und wieder heimkam. Um mit Leidenschaft Schuhhändler zu sein.