Mit drei Säulen, der Classic-Kollektion, dem Now-Angebot und der Outdoor-Linie, will der Hersteller ein breiteres Kunden-spektrum ansprechen. Die Strategie soll auch eine Antwort auf die herausfordernde Situation im Handel sein. Geschäftsführer Günther Bauer ist zwar mit dem Verlauf des ersten Halbjahres zufrieden, „aber man merkt auch, dass etwas nicht stimmt. Es ist keine Aufbruchstimmung spürbar“, so der Unternehmer. Der Handel sei insgesamt zurückhaltend. Zudem verabschiedeten sich viele Unternehmen aus dem Markt. Gleichwohl nimmt man am Firmensitz in Schwanheim/Lug wahr, dass die Marke Waldläufer gut performt. Mit einem Shift hin zu deutlich modischeren Modellen war es dem Unternehmen in den zurückliegenden Jahren gelungen, auch neue Zielgruppen zu erschließen. Diesen Weg will das Unternehmen weiter beschreiten und auch jüngere Verbraucherinnen und Verbraucher – etwa die Altersgruppe der 30- oder 40-Jährigen – ansprechen.
Den Pfälzern ist bewusst, dass sie einiges in die Waagschale zu legen haben: gut durchdachte Produkte für Damen und Herren, die zeitgemäße Trends aufgreifen und über viele Komfort-Features verfügen. Diese Botschaft in den Markt zu bringen, darauf kommt es laut Bauer nun an: „Schuhe machen können wir. Im Design sind wir Vollprofis. Es kommt aber oft in der Gesellschaft nicht an, dass es noch Leute gibt, die sich die Mühe machen, Schuhe zu fertigen.“ Das habe oft auch damit zu tun, dass Handel und Einkäufer oft nur bestimmte Styles aus den Kollektionen ordern, mutmaßt Sina Eder, bei Waldläufer für das Produktmanagement verantwortlich. „Viele Modelle, die wir supermodisch finden, schaffen es gar nicht in den Markt. Da braucht der Handel ab und zu einen Ticken mehr Mut.“ Oft finde man in den Geschäften viele Standards und Basics der eigenen Marke. „Damit erreichen wir natürlich die Kundinnen und Kunden, die sich mit unserer Marke wohlfühlen“, so Bauer. „Wir wollen daran arbeiten, auch andere Menschen anzusprechen.“ Dabei sei ihm durchaus klar, dass es im modischen Segment eine starke Konkurrenz gibt, gegen die man mit Waldläufer antrete. Beim Schritt raus aus der Komfort-Schublade soll neues Werbematerial helfen. Vivian Klingler, die das Marketing bei Waldläufer verantwortet, setzt auf junge, frische Motive, „um den Händlern zu zeigen, dass wir auch anders können.“ Für das Shooting der F/S 2026-Kollektion reiste das Marketing-Team an den Luganer See, der vor 60 Jahren namensstiftend für die Lugina Schuhfabrik war. Mit der neuen Kampagne soll zum einen auf das Jubiläum und die Tradition der Firma verwiesen werden, zugleich aber aufgezeigt werden, wie man in Lug Komfortschuhe modisch interpretiert. Geplant sind im Handel verschiedene Aktionen wie eine Verlosung, Trageproben für das Verkaufspersonal und große POS-Pakete inklusive einer Waldläufer-gebrandeten Fußmatte für das Geschäft. Und natürlich eine vielseitige Kollektion mit neuen Features und einer modischen Optik.
„Uns ist klar, dass wir für unseren Shift einen langen Atem brauchen. Aber wir stehen voll dahinter, und wir sind überzeugt: Der Mut im Handel, der kommt irgendwann auch.“ Dafür investiert Waldläufer zur Saison F/S 2026 in Sichtbarkeit. Adressaten sind Verbraucherinnen und der Handel. Die Marke sei oft unter dem Radar, „und das soll sich ändern“, so Vivian Klingler. Gezielt unterstütze man den Handel seit drei Saisons mit POS-Materialien wie Postern und Aufstellern, um die Marke mehr in den Fokus zu rücken.