Der ANWR-Vorstandsvorsitzende Günter Althaus ist für seine klaren Worte bekannt. Als er Ende November das ANWR-Zukunftsforum in Mainhausen eröffnete, machte er keine Ausnahme. Weniger provokativ als zuweilen in der Vergangenheit, aber nicht weniger konsequent in der Analyse formulierte er die Grundlagen einer erfolgreichen Zukunft im Einzelhandel.
Die Veränderung beginnt in den Köpfen. Und zwar nicht nur in denen der Chefs und Führungskräfte, sondern jedes einzelnen Mitarbeiters. Günter Althaus warb für ein neues Denken, eine Neuausrichtung des so genannten „Mindsets“. Das Ziel laute: „das Unmögliche gemeinsam mit den Mitarbeitern erforschen und umzusetzen“.
Denkblockaden einreißen, Brücken bauen – Althaus warb unter anderem für neue Formen der Zusammenarbeit. Der ANWR-Vordenker setzt auf die „Sharing Economy“, in der Flächen, Wissen und Informationen geteilt werden. „Wer sich heute noch in sein Kästchen zurückzieht und sagt, das ist meins, der wird diese Zeit nicht überleben. Es ist die Zeit der neuen Partnerschaften. Und die müssen wir mit ganz unterschiedlichen Partnern eingehen. Vielleicht auch mit denen, die wir früher als unsere Feinde angesehen haben.“ Dass die ANWR diese Devise selbst beherzigt, beweisen die Kooperationen zwischen ihrer Plattform schuhe.de sowie den großen Online-Playern Amazon und Zalando – noch vor Jahren undenkbare Konstellationen.
Nicht nur in der Schuhbranche stehen die Zeichen auf Kooperation. In der Sportbranche machen Intersport und ANWR-Tochter Sport 2000 gemeinsame Sache beim elektronischen Datenaustausch: Die beiden Sportfachhandelsverbände wollen zusammen mit Vertretern der Branchenverbände VDS und BSI den FEDAS-Warengruppenschlüssel erweitern und vereinheitlichen. Erste Lösungen sollen ab der Saison F/S 2020 greifen, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der beteiligten Partner.
Sowohl die Schuh- als auch die Sportbranche geben die Richtung vor. Nur der verstärkte Schulterschluss sichert die Zukunft des traditionellen Einzelhandels. Auch Lederwarenhandel und -industrie müssen daher endlich übergreifende Initiativen ins Leben rufen und sich verstärkt in bestehenden Projekten engagieren. Dazu gehören zum Beispiel das Produktinformations-Managementsystem (PIM) der Assima oder die Plattform bagmondo.de der Goldkrone. Dieser Appell ist kein Alarmismus: Es wird wirklich höchste Zeit.
In diesem Sinne wünscht Ihnen das gesamte LR-Team viel Erfolg und alles Gute für 2019. Bleiben Sie gesund!