Was den Anteil von weiblichen Führungskräften in der EU-Wirtschaft angeht, liegen skandinavische und osteuropäische Staaten vorn. In Schweden, dem Spitzenreiter, lag der Anteil von Frauen auf Chefposten im Jahr 2024 bei 44,4 %. Es folgen Lettland (43,4 %), Polen (41,8 %), Ungarn (40,5 %), Bulgarien (40,2 %) und Estland (39,7 %). Der EU-Durchschnitt liegt bei 35,2 % – und Deutschland liegt deutlich darunter: Hier liegt der Anteil von Frauen in Führungspositionen bei 29,1 %. Die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen eindrucksvoll, woran es hapert. Zwar hat, auch das belegen die Statistiken, der Anteil an Frauen an den insgesamt Erwerbstätigen deutlich zugenommen. Gleichwohl sind nach wie vor Unterschiede bei den einzelnen Berufsgruppen erkennbar. Es gibt sie immer noch, die typischen Männer- und Frauenberufe. Und was die Führungspositionen angeht, ist der Anteil von Frauen in Deutschland kaum gestiegen. Von 1992 bis 2011 stieg der Anteil von Frauen in Führungspositionen laut Statistischem Bundesamt von 25,8 % auf 30,3 %. Wenn also heute von einem Anteil von 29,1 % die Rede ist, wird klar, dass sich nur wenig verändert hat.
Auch in der Schuhbranche sind Frauen auf dem Chefsessel noch die Ausnahme. Im Handel ist dabei der Frauenanteil in der Führungsriege deutlich größer. Frauen leiten Schuhhandelsunternehmen und sind in Verbundgruppen in verantwortlichen Positionen. In der Industrie sieht es nach wie vor anders aus. Bei nur wenigen Schuhherstellern, darunter Florett mit Sarah Schubert, Josef Seibel mit Sylvia Klemens und Franziska Seibel, Haix mit Helga van Saan oder der österreichische Schuhhersteller Paul Green mit Barbara Aichinger, sind Frauen in der unternehmerischen Verantwortung.