Unter Barack Obama hatten die USA mit elf weiteren Staaten, darunter unter anderem Japan, Mexiko und Vietnam, aus dem Pazifikraum das Freihandelsabkommen TPP vereinbart. China war nicht beteiligt. Bereits im Wahlkampf hatte Donald Trump angekündigt, das Abkommen zu stoppen. Die Schuhbranche in den USA hatte sich mehrheitlich für TPP eingesetzt. Vor allem Vietnam ist ein wichtiger Produktionsstandort für viele US-Firmen. So soll rund 40% der Sneaker von Nike in dem südostasiatischen Land produziert werden. Zuletzt hatten verstärkt chinesische Schuhproduzenten Fabriken in Vietnam aufgebaut – unter anderem in Erwartung der positiven Effekte von TPP.
„Einmalige Gelegenheit ausgelassen“
Nach Angaben des Verbands Footwear Distributors and Retailers of America (FDRA) hätten dank TPP Einfuhrzölle in Höhe von rund 450 Mio. Dollar pro Jahr eingespart werden können. Daraus wird nun nichts. „Wir sind extrem enttäuscht von der Entscheidung des Präsidenten“, erklärte Matt Priest, Vorsitzender von FDRA. „Wir standen kurz vor einer einmaligen Gelegenheit, sowohl der Industrie als auch dem Handel und den Verbrauchern finanzielle Vorteile zu sichern.“ Priest kündigte an, sich weiterhin für bilaterale Abkommen mit den TPP-Staaten zu bemühen.
Neuer Anlauf mit China?
Nach dem Ausstieg der USA bemüht sich nun Australiens Premierminister Malcolm Turnbull, das Freihandelsabkommen zu retten. So könnte China den Platz der USA einnehmen. Das würde jedoch eine Anpassung des Vertrags erfordern. So kann TPP in der aktuellen Form nur in Kraft treten, wenn es von sechs Staaten ratifiziert wird, die 85% des gemeinsamen Bruttoinlandsprodukts aller Mitglieder ausmachen. Steigen die USA aus, ist dieser Wert nicht mehr zu erreichen, stehen sie doch allein für 60% des Bruttoinlandsprodukts.