Auch beim 2023 gegründeten Schweizer Start-up Seyes zeigte sich: Die Entwicklung war komplex, die Produktion jedoch vergleichsweise einfach. „Da unser Konzept weltweit einzigartig ist, mussten selbst erfahrene Schuhhersteller erst mal verstehen, was wir wollten und wie man es umsetzt“, erzählt Gründer Yves Bührer. Er stammt selbst aus einer alten schweizerischen Schuhfamilie und war viele Jahre in der Schuhbranche tätig. Rund anderthalb Jahre dauerte es, bis der erste Prototyp stand. Die Herstellung sei jedoch wesentlich weniger aufwändig als bei herkömmlichen Schuhen. So benötigt Seyes nur einen Bruchteil des üblichen Maschinenparks und spart rund 80 % Energie und fast 100 % der Klebstoffe ein. Ein weiterer Pluspunkt: Dank des modularen Systems können viele verschiedene Farbzusammenstellungen angeboten werden – ohne hohes Produktionsrisiko.
Technisch setzt Seyes auf ein Klettverschlusssystem für die Innensohle und seitliche Ösen in der Außensohle, durch die das Upper geführt wird. Die Innensohle verbindet alle Komponenten miteinander und kann über eine Schlaufe an der Ferse leicht entfernt werden, um den Schuh zu demontieren. Geboren wurde die Idee aus dem Wunsch heraus, auf Reisen weniger Gepäck zu benötigen, ohne auf verschiedene Looks verzichten zu müssen. „Ein Paar am Fuß, die anderen Schuhteile passen ins Handgepäck“, erklärt Bührer. Da bei Verschleiß nur einzelne Teile ersetzt werden müssen, spare der Kunde auch langfristig Geld und werde zudem an die Marke gebunden. Aktuell konzentriert sich Seyes auf offene Damenschuhe wie Sandalen oder Mules. Verkauft wird über die eigene Website und bei ersten stationären Händlern in der Schweiz. Geschlossene Modelle sowie wintertaugliche Varianten mit wasserdichter Sockenkonstruktion sind bereits in der Entwicklung.