Nicht so schlimm wie befürchtet: SABU-Geschäftsführer Stephan Krug sieht einen recht ordentlichen Start für die Mitgliedsunternehmen der Heilbronner Verbundgruppe. Den Januar schlossen die Händler „nicht erfreulich, aber ok“ mit einem Pari. Der Februar brachte ein Umsatzplus von 6% und der März +8% – allerdings basierend auf schwachen Vorjahresumsätzen. Aufgelaufen liegen die SABU-Händler aktuell bei +7%. Die Abverkaufsquote liegt bei 17% (Vorjahr zum gleichen Zeitpunkt: 8%). Der April hat laut Stephan Krug bislang einen guten Verlauf. Die frühlingshaften bis sommerlichen Temperaturen sorgten allerorten für gute Laune, allerdings war es in manchen Regionen schon zu warm: „Am Samstag nach Ostern sind die Leute ins Eiscafé gegangen oder haben gegrillt. Aber sie sind nicht in die Stadt gefahren“, so Krug. Die Onlineumsätze der SABU-Händler haben sich laut dem Geschäftsführer wieder etwas normalisiert und liegen leicht über dem Vorjahr. Zunehmend höre er von Händlern, dass sie ihr Engagement im Onlinebereich zurückfahren und dort beispielsweise nur noch selektiv verkaufen. Im Gegenzug werde mehr in die operative Exzellenz im stationären Bereich investiert, so Krug: „Da kann man Geld verdienen“. Fest machen lasse sich diese Entwicklung auch am steigenden Interesse an Visual Merchandising. „Händler befassen sich damit, ihren stationären Auftritt zu optimieren. Das ist eine sehr gute Entwicklung“, betont der SABU-Geschäftsführer.
Die Stimmung steigt
„Dass die Konsumstimmung deutlich besser wird, spüren wir auf jeden Fall so seit Ende Februar, Anfang März“, erklärt Felix Schmuck, Geschäftsführer von Schuh Mücke. „Auch die Conversion Rate verbessert sich. Man merkt ja auch an sich selbst, wie einem das gute Wetter Lust macht, rauszugehen. Da unsere Läden weniger in der Innenstadt vertreten sind, sind wir natürlich nicht der erste Ort, den die Leute aufsuchen, wenn sie schon darauf gewartet haben, wieder aus dem Haus zu kommen. Aber die letzten Wochen mit mal besseren und mal milderen Tagen waren für unser Geschäft eigentlich ideal. Viele Kundinnen und Kunden lassen sich auch gerne zum Bummeln und Shoppen motivieren. Da müssen wir die modischen Themen abbilden, die Lust aufs Mitnehmen machen, und das auch in der mittleren Preisrange.“ Auch Andreas Neuhaus, Inhaber des Schuhhaus Winterscheid in Brühl, hat eine Stimmungsaufhellung bemerkt: „Unsere Branche hängt vom Wetter ab. Ist das Wetter gut, steigt die Stimmung. Die Menschen haben den wochenlangen Regen einfach satt.“ Er spüre deutlich die Lust, sich wieder etwas zu gönnen – und auch Schuhe zu kaufen, „auch wenn es weiterhin viele gibt, die sehr vorsichtig agieren.“
Farbe auf dem Vormarsch
Was die Modetrends betrifft, so ist es noch recht früh in der Saison. Bei Axel Schöll, Schuhhändler aus Schweinfurt, tut sich aber schon einiges: „Wir verkaufen viel Farbe: Orange läuft rauf und runter, sowohl als Loafer, etwa von Gabor, oder als Ballerina wie von Gianluca Pisati.“ Auch Hellgrün und Blautöne laufen bei Schöll „echt gut“. Erfreulich sei zudem die Nachfrage nach Metallics: „Metallic-Rosé, Gold oder Silber lassen sich vielseitig kombinieren und verkaufen sich schon gut“, berichtet der Schuhhändler aus dem Fränkischen. Erfreulich sei auch das Interesse an Bekleidung. Schöll bietet in seinen Geschäften auch Textilien wie Shirts, Hosen und Jacken an. Und es komme immer häufiger vor, dass eine Kundin den Komplett-Look aus dem Schaufenster gleich zum Schuh dazu kaufe.