Der Schritt sei bereits vor längerer Zeit angekündigt worden, so Lloyd-Geschäftsführer Andreas Schaller gegenüber schuhkurier. Man habe die Maßnahme in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat vollzogen: „Wir sind immer sehr transparent und versuchen, gemeinsam mit dem Betriebsrat Lösungen zu finden und die Mitarbeitenden bestmöglich zu unterstützen.“
Die Kündigungsfristen der betroffenen Mitarbeitenden liegen bei sechs bis sieben Monaten. Im Rahmen eines Sozialplans sei eine Freistellung nach zwei Monaten vereinbart worden. Zu den produktionsnahen Bereichen, die von den Kündigungen betroffen sind, gehören etwa die Musterfertigung und die technische Ausarbeitung.
Aus diesem Sektor bleibt lediglich die Entwicklungsabteilung in Sulingen. Insgesamt beschäftigt Lloyd laut Andreas Schaller dort künftig 181 Menschen. Weitere Kündigungen sind nach Angaben des Geschäftsführers nicht vorgesehen.
Bereits im vergangenen Jahr waren 38 Mitarbeitende, unter anderem aus dem Bereich Prototypenfertigung, entlassen worden. Auch diese Maßnahme wurde als Teil einer organisatorischen Veränderung kommuniziert. In der Kollektion sei in den vergangenen Jahren der Anteil der Sneaker sukzessive ausgebaut worden. „Bei diesen Schuhen steht die Protypenfertigung weniger im Fokus als das Sourcing“, so Andreas Schaller seinerzeit gegenüber schuhkurier. Mit Blick auf diese Entwicklung habe man vor zwei Jahren entschieden, die Organisationsstruktur in Sulingen umzubauen.
Lloyd wurde Anfang 2024 von der Schweizer Arklyz-Gruppe übernommen. Seit Herbst 2025 gehört auch Gabor zum Portfolio des Unternehmens. Inwieweit zwischen den beiden Unternehmen Synergien in Prozessen und Strukturen gebildet werden können, sei derzeit noch in der Klärung, so Schaller. Aktuell arbeiteten beide Unternehmen unabhängig voneinander. Arklyz-Eigner Param Singh hatte im vergangenen Jahr auf schuhkurier-Anfrage betont: „Lloyd und Gabor werden auch künftig unabhängig voneinander als eigenständige Marken geführt.“ Man werde sorgfältig prüfen, „in welchen Bereichen sich sinnvolle Synergien ergeben können – beispielsweise in ausgewählten operativen Prozessen – und dabei den Fokus klar auf die individuelle Weiterentwicklung jeder Marke legen“.
Mit Blick auf die H/W-Saison zeigt sich Andreas Schaller zuversichtlich. Das Feedback auf die Kollektion sei durchweg positiv gewesen. Das sei erfreulich, zumal die Abverkäufe in der letzten H/W-Saison hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien. „Wir haben das eine oder andere zu schnell gewollt“, erklärt Schaller die Situation. So habe Lloyd eine Preisentwicklung genommen, „die nicht in jedem Fall zum Erfolg geführt hat“. Inzwischen bewegten sich 80% der Lloyd-Kollektion im Preisrahmen 129 bis 179 Euro – darunter auch warmgefütterte Schuhe.