Schon im März wurden die Lloyd-Beschäftigten in Sulingen darüber informiert, dass das Unternehmen eine bereits vor zwei Jahren beschlossene Personalmaßnahme umsetzen wird. Die abschließenden Gespräche mit den Betroffenen wurden am 22. Mai geführt. Die Maßnahme ist Teil einer organisatorischen Veränderung, die Lloyd bereits vor längerem gestartet hat. 35 Stellen in Sulingen werden im Zuge dessen abgebaut – in verschiedenen Bereichen, vorrangig aber in der Prototypenabteilung.
Bereits während der Corona-Pandemie hatte das Unternehmen seine Fertigung in Sulingen geschlossen. Verblieben war zunächst noch die Prototypenfertigung. In der Kollektion ist in den vergangenen Jahren der Anteil der Sneaker sukzessive ausgebaut werden. „Bei diesen Schuhen steht die Protypenfertigung weniger im Fokus als das Sourcing“, so Andreas Schaller gegenüber schuhkurier. Mit Blick auf diese Entwicklung habe man vor zwei Jahren entschieden, die Organisationsstruktur in Sulingen umzubauen. Dafür sei es aber erforderlich gewesen, die entsprechenden Kapazitäten zunächst in den Lloyd-Fertigungsbetrieben in Rumänien und Indien aufzubauen. Dies sei inzwischen erfolgt, weshalb die Pläne nun umgesetzt werden.
„Es ergibt keinen Sinn, Abteilungen für die technische Ausgestaltung von Schuhen in der bisherigen Größenordnung in Deutschland zu halten“, so Schaller. Zusammen mit dem Betriebsrat sei für alle von der Maßnahme Betroffenen ein Sozialplan ausgearbeitet worden. Lloyd beschäftigt künftig am Standort Sulingen 230 Mitarbeitende. Deutschlandweit – inklusive der Stores – sind es 460 Beschäftigte. Hinzu kommen im Werk in Rumänien 350 und im indischen Produktionsbetrieb 500 Mitarbeitende.
Lloyd befindet sich laut Andreas Schaller derzeit in einem Transformationsjahr. Er erwarte, dass das Unternehmen zur F/S-Saison wieder auf die Erfolgsspur komme – „mit neuen Vertriebskonzepten, einem auffälligen Markenauftritt, erweiterten Angeboten für die Fachhandelskunden und nicht zuletzt neuen zukunftsweisenden Schuhmodellen“.