Vorläufiger Insolvenzverwalter ist der Rechtsanwalt Christian Plail. Er ist Partner der Kanzlei SGP Schneider Geiwitz. Arndt Geiwitz ist unter anderem durch die Insolvenzen des Kaufhausunternehmens Galeria und des Drogerie-Imperiums Schlecker bekannt.
Die Weltbild GmbH & Co. KG gehört zur WB D2C Group und erwirtschaftet rund 20% des Umsatzes der Gruppe. Die weiteren Marken der Gruppe sind offenbar von dem Verfahren nicht betroffen. Dazu gehören unter anderem die Orbisana Gesundheitswelt, die Tausendkind Kinderwelt, Gärtner Pötschke, buecher.de und die Taschen- und Accessoires-Marke Fitz & Huxley sowie die Barfußschuhmarke Groundies und die Komfortschuhmarke Vamos. Die WB D2C Group erzielte laut einer Mitteilung mit über 2.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 600 Mio. Euro.
Für die Weltbild-Kundinnen und -Kunden soll sich durch das Verfahren nichts ändern. Das Geschäft soll weiter fortgesetzt werden.
Als Gründe für die finanziellen Probleme werden die internationalen Krisen insbesondere in der Ukraine und Israel genannt, die zur Störung von Lieferketten geführt hätten. Zudem hätten aggressive neue Anbieter aus Asien die Situation verschärft.
Mit der Anmeldung des Insolvenzverfahrens geht offenbar auch ein Wechsel in der Führungsspitze sowohl der WB D2C Group als auch der Weltbild GmbH & Co. KG einher. So sollen CEO Christian Sailer und COO Bjoern Minnier (COO) den Konzern verlassen. Christoph Honnefelder und Sami Sagur übernehmen ab sofort die alleinige Führung der WB D2C Group; Stefanie Penck zeichnet ab sofort als alleinige Geschäftsführerin für Weltbild GmbH & Co. KG verantwortlich.
Die Weltbild D2C Gruppe hatte im im Juli 2023 die Barfußschuhmarke Groundies übernommen. Im Dezember 2023 folgte die Bequemschuhmarke Vamos, die aus dem Markenportfolio des Versenders Klingel übernommen wurde. Ziel war es seinerzeit gewesen, das Gesundheitssegment, das unter der Marke Orbisana zusammengefasst ist, auszubauen.