390 Kollektionen (Vorjahres-September 375) waren bei den Mietern in den Showrooms des SOC sowie den Gastausstellern in den drei Messehallen und der Galahalle zu sehen. Neu dabei waren unter anderen Vionic, Peter Kaiser, The Flexx, Flip Flop und Filii. Etwas fallend zeigten sich die Besucherzahlen: Vertreter von 800 Fachgeschäften (Vorjahr 861) nutzten die drei Tage zur Order und Information. Den Rückgang erklärt MMC-Centermanagerin Tanja Gille vor allem mit der Tatsache, dass die Händler ihre Einkäufe auch auf die rund 20 Ordertage der Saison und auf die Shoe Start im August verteilt haben.
Auch das Rahmenprogramm blieb weitestgehend bei Bewährtem. Trendinfos boten nicht nur die Fashion Shows, sondern auch die vorgeschalteten Präsentationen unter dem Titel ’Neue Marken live‘, bei der rund zehn Aussteller vor jeweils etwa 50 Interessierten auf die Besonderheiten und Vorzüge ihrer Produkte eingehen und die Fragen der Einzelhändler beantworten konnten. Gelegenheit zum Netzwerken bot wieder die Messeparty am Samstagabend. Die Messe-Seminare sind im Programm der MMC-Akademie aufgegangen. „Das war der Wunsch vieler Besucher“, so Gille. „Intensives Ordern, Shows und Party waren genug für die kurze Zeit. Und insofern kommen die Händler lieber zu anderen Terminen.“ Besonders gefragt seien bei der Akademie die Veranstaltungen zur Motivation und zum Verkaufsgespräch.
Die Stimmung auf der Shoe Time war wie das Wetter während der Messetage, ging von sommerlich-heiß bis herbstlich-kühl. Von einer durchschnittlichen Messe sprach Volker Leonhardt (SPM). „Der Freitag war in unserer Halle A spärlich besucht, Samstag und Sonntag gingen besser. Geordert wurde verhalten, aber das liegt daran, dass wir schon im Vorfeld der Shoe Time viel mit den Händlern im Kontakt waren. Deren Sortimente sind jetzt nahezu komplett.“ Mit Bedauern beobachtet der Vertreter, der schon seit 21 Jahren einen Messestand auf der Shoe Time hat, dass die modische Verunsicherung nicht nur momentan bei einigen Herstellern spürbar ist, sondern dass sie tendenziell bei den Einzelhändlern nicht weniger wird. „Die Faustregel, wenigstens einen winzigen Teil des Sortiments mit High-Fashion zu bestücken, beachten die wenigsten. Der vermeintlichen Sicherheit opfern sie die Möglichkeit aufzufallen, den Kunden zu verblüffen. Das ist schade.“
Thomas Zeiher (Clarks) ist „angenehm überrascht“ von der zurückliegenden Veranstaltung. „Der Handel orderte mutig, Galanterie fährt zwar mit angezogener Handbremse, aber im sportlichen Bereich wurde Gas gegeben. Vor allem Sneaker gingen gut, aber hier nicht die Klassiker, sondern die modisch frechen. Unumstößlich scheint dennoch die Preisschranke: Mehr als 99 Euro will der Endverbraucher für ein paar sommerliche Schuhe nur selten ausgeben.“ Zeiher beobachtete, dass aktuell „viele von den gut geführten Einzelgeschäften mit engagierten Verkäuferinnen eine Entwicklung nach oben genommen haben.“