Modehäuser fokussieren sich im Schuhbereich oft auf die modischen Spitzen. Wenn mehr Schuhhandel wegbricht, steigt die Nachfrage nach Bedarfsdeckung im Modehaus. Wie gut gelingt das und wo liegen die Grenzen?
Die Nachfrage ist der Markttreiber. Das Schuhangebot in den Modehäusern entwickelt sich weiter. Wo es früher weiße Sneaker gab, werden jetzt zum Beispiel auch Loafer angeboten. Den modischen Teil können die Modehäuser gut abdecken. Aber die Kompetenz, einen Schuhfachhändler mit seiner Expertise zu ersetzen, wird ein Modehaus nicht vollständig abdecken können. Gerade, wenn es in den Bereich Komfort geht.
Die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Handel gilt im Schuhsegment als kompliziert. Der Schuhhändler trägt mehr Risiko. Bemerken Sie da Berührungsängste und wie kann Unitex da als Verbundgruppe helfen?
Die Anforderungen sind sehr individuell. Eine große Schuhabteilung aufzubauen, bedarf einer anderen Kompetenz als ein paar Marken ergänzend oder als Shop-in-Shop einzuführen. Es gibt also sehr unterschiedliche Tiefen in der Integration und dementsprechend große Unterschiede, wie man unterstützen kann. Wer gerade vor dieser Herausforderung steht, muss zum Glück kein neues Konzept erfinden. Da können wir in der Beratung auf die Erfahrungen zurückgreifen, die wir mit den Mitgliedern sammeln konnten, die diesen Prozess bereits gegangen sind. Wir vernetzen die Händler auch untereinander, um den Austausch zu fördern. Außerdem sind wir eng im Austausch mit dem SABU, wenn es darüber hinaus Schuhexpertise braucht.
Wie eng ist die Zusammenarbeit mit dem SABU im Alltag und lässt sie sich noch intensivieren?
Wir arbeiten auf Messen zusammen; der SABU ist Aussteller auf dem Unitex-Fashionfestival. Wir sind persönlich als Repräsentanten der Unitex auf SABU-Messen vor Ort. Es gibt auch einige Mitglieder, die beiden Verbundgruppen angehören. Wir haben regelmäßig gemeinsame Strategiegespräche, in denen wir auch darüber sprechen, wie wir noch besser zusammenarbeiten können. Uns hilft dabei, dass wir seit einem halben Jahr dieselbe Gesellschafterstruktur haben, weil seit November 2025 sowohl die SABU GmbH als auch Unitex GmbH zu je 50 % zur SABU eG und zur Intersport gehören. Dadurch wird in Zukunft mehr und schnellere Zusammenarbeit möglich sein.