„Zuversicht und Leidenschaft“
Der Start für Peter Kaiser sei gelungen, sagt Cölsch. Nun gehe es darum, mit den Schuhen der traditionsreichen Marke möglichst viele Kundinnen zu begeistern. Damit das gelingt, habe Caprice erheblich investiert. „Wir wissen, dass die Situation im Handel nicht einfach ist“, sagt Cölsch. „Nicht wenige Unternehmen stehen mit dem Rücken zur Wand: Energiekosten, Mieten, Löhne und auch der anstehende Generationswechsel, das sind alles Herausforderungen, die Angst machen können. Aber trotz der tiefgreifenden Veränderungen werden weiterhin Schuhe verkauft. Und es ist wichtig, den Marktentwicklungen mit Ideen und Zuversicht zu begegnen.“ Dabei wolle Caprice aktiv unterstützen. „Wir müssen mit Leidenschaft dabei sein, jeden Tag“, sagt Cölsch. Um dies auch beim Handel zu fördern, biete Caprice für beide Marken laut Cölsch „eine extrem starke Spanne“ an. „Das haben wir schon immer so gehalten, dafür kennt man uns“, so der Geschäftsführer. Diese Spanne könne über die Rabattstaffel nochmals verbessert werden. Ziel sei es, dass die Verbraucherin vernünftige Preise geboten bekomme, aber auch der Handel profitieren könne.
Preise stabil
Auch Caprice nimmt die aktuellen Herausforderungen im Markt direkt wahr: „Weil wir in unserer Beschaffung global aufgestellt sind, spüren wir es sofort, wenn es irgendwo Probleme gibt. Aber ich denke, wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt Cölsch selbstbewusst. Das zeigten die Zahlen, laut denen Caprice 2024 einen Rekordumsatz erreichen konnte. „Wir sind zu F/S 2025 zweistellig gewachsen, und auch für H/W 25 bin ich sehr zuversichtlich.“ Das habe auch mit dem Stiefel-Trend des kommenden Winters zu tun, der Caprice in die Karten spiele. Hinzu komme, dass sich die Pirmasenser auch in diesem Segment um Preisstabilität bemüht haben. „Ich werde immer wieder gefragt: Wie schaffen Sie es, dass sie bei den allgegenwärtigen Preissteigerungen preisstabil bleiben? Die Antwort ist, wenn Sie so wollen, das Gegenteil eines Teufelskreises: Wenn Sie wachsen, wenn größere Mengen geordert werden, wenn Sie die Fabriken füllen können, dann können Sie natürlich ganz anders kalkulieren, als wenn sie im Rückwärtsgang unterwegs sind. Und das hilft uns dabei, unsere Preise stabil zu halten.“
Internationale Märkte
Für die neue Marke im Portfolio sieht man bei Caprice auch international gute Chancen. Die Stamm-Marke ist bereits in 40 Ländern erhältlich, und dort soll nach und nach auch Peter Kaiser Fuß fassen. Den Anfang machen zur neuen Saison europäische Märkte. In Großbritanobennien sieht Cölsch viel Potenzial für Peter Kaiser. Andere Märkte mit weniger hoher Kaufkraft könnten sich als schwierig erweisen. Aber das wollen die Pirmasenser in Ruhe abwarten und in zwei bis drei Saisons die Exportsituation neu bewerten. Auch jenseits von Europa sei Peter Kaiser bekannt, etwa in Asien und im arabischen Raum. Eine Präsenz dort soll Schritt für Schritt vorbereitet werden. Auch ein eigener Onlineshop für Peter Kaiser ist Anfang Februar online gegangen. Während der D2C-Shop von Caprice über das System der Wortmann-Gruppe laufe, soll es für Peter Kaiser einen eigenen Ansatz geben: Hier arbeitet das Pirmasenser Unternehmen mit dem Freiburger Händler Lüke zusammen. Das Lüke-Team betreibt seit Jahren Onlineshops für namhafte Schuhanbieter. „Das Unternehmen hat in Freiburg ein bemerkenswertes Fulfillment aufgebaut“, berichtet der Caprice-Geschäftsführer.
Behutsames Wachstum
Nun soll sich Peter Kaiser neben Caprice erfolgreich weiterentwickeln. Wo möglich, sollen Strukturen im Unternehmen für beide Marken genutzt werden, um Synergien zu bilden. Zugleich soll es weiterhin eine klare Trennung geben, was Kollektionsentwicklung und Vertrieb angeht. Jürgen Cölsch freut sich über den gelungenen Start: „Peter Kaiser ist ein Juwel, das wir in der Hand halten. Wir wollen es sehr sorgfältig schleifen. Mit Caprice haben wir eine starke Marke im Unternehmen, in deren Windschatten Peter Kaiser sorgfältig und behutsam aufgebaut werden kann.“ Sorgfältig und behutsam, das ist dem Unternehmer wichtig: „Wir sind kein Start up, bei dem eine neue Marke ganz schnell performen und profitabel sein muss. Wir sind sehr professionell aufgestellt und werden Peter Kaiser sehr durchdacht weiter aufbauen.“ Seit November ist der Außendienst mit der neuen Peter Kaiser-Kollektion unterwegs; die Gespräche verlaufen laut Cölsch erfreulich. Wohl auch deshalb ist der Caprice-Chef überzeugt, „dass der Peter Kaiser-Zug, wenn er erstmal richtig gestartet ist, nicht mehr zu stoppen sein wird.“