Rund 200 Top-Manager und Entscheider aus der Mode-, Schuh- Sport-, und Lifestyle-Branche trafen sich bei dem zweitägigen Event in der Hauptstadt zu einem konstruktiven Austausch über Gestaltungsprozesse und neue Geschäftsmodelle und ließen sich von spannenden Vorträgen inspirieren. Der Bestsellerautor Christoph Keese hielt einen Vortrag zum Thema „Silicon Germany – wie deutsche Unternehmen den disruptiven Wandel bewältigen“. Im Forum des AXICA referierten außerdem die Top-Manager Stefan Brandmann (CEO BRAX), Fabian Engelhorn (CEO Engelhorn), Dr. Oliver Pabst (CEO Mammut) und Alberto Baldan (CEO La Rinascente) und ermöglichten Einblicke in erfolgreiche und zum Teil sehr unterschiedliche Unternehmensstrategien.
Der Weg zum Kunden zählt
„Keiner in der Branche weiß aktuell, welcher Weg zum langfristigen Erfolg führt“, erklärte Fabian Engelhorn in seinem Beitrag. Zur Unsicherheit käme außerdem eine Innovationsträgheit im Handel hinzu. Ein grundsätzliche Herausforderung sei es daher zunächst, diese Trägheit zu überwinden. Denn, so machte Fabian Engelhorn klar, die Wege zum Kunden werden sich in Zukunft weiter dramatisch verändern. Engelhorn machte den Anwesenden daher einen pragmatischen Vorschlag: „Es ist nicht entscheidend, wo die Ware liegt und wem sie gehört. Wichtig ist nur noch, den Kunden zu erreichen und ihm den Einkauf so bequem wie möglich zu machen. Lassen Sie uns gemeinsam eine Plattform bauen, die Häuser und Sortimente verknüpft!" Das Unternehmen Engelhorn, das aktuell 25% der Umsätze im Onlinehandel erzielt, sei offen für neue Formen der Kooperation. Und diese sei auch zwischen Handel und Industrie unerlässlich, machte der Mannheimer klar. „Wir müssen aufhören, nur von Partnerschaft zwischen Handel und Industrie zu reden. Das können wir uns nicht mehr leisten! Die alten Gräben müssen jetzt überwunden werden." Aufgabe des Handels wird es laut Fabian Engelhorn zukünftig in erster Linie sein, die Kunden zu begeistern – „und zwar nicht nur mit Mode, von diesem Denken müssen wir uns verabschieden".
Beim italienischen Department-Store Unternehmen La Rinascente stehen neben den Kunden auch die einzelnen Stores im Mittelpunkt der Strategie. „Wir stellen konsequent und ausschließlich unser Geschäft in den Mittelpunkt all unserer Aktivitäten", berichtete Alberto Baldan in Berlin. Dabei solle sich in jedem Store der individuelle Charakter der jeweiligen Stadt widerspiegeln. So werde La Rinascente, zu dem u.a. auch das KaDeWe und Oberpollinger gehören, zum „Epizentrum“ der Stadt. Der Online-Anteil von La Rinascente? 0%. „Die Kunden sollen unsere Geschäfte erleben – Pakete verschicken können andere", erklärte ein selbstbewusster Alberto Baldan.
Es geht um Partnerschaften
„Wir freuen uns über das große Interesse und die vielen Teilnehmer, denn keiner gewinnt die Welt alleine – schon gar nicht die digitale Welt. Um Transformation zu gestalten müssen wir Visionen teilen, miteinander arbeiten. Es geht um mehr als Kompetenz und Innovationskraft, es geht um Partnerschaften und genau diese entstehen hier und heute bei den Berliner Gesprächen“, fasst Uwe Seibicke von Hachmeister + Partner zusammen.
Eine ausführliche Zusammenfassung der Berliner Gespräche lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 13, die am 31. März erscheint.