Markus Flammer, Abteilungsleiter Wirtschaftsförderung, und Yasmin-Miriam Maier, Citymanagerin, Start Stadtmarketing und Tourismus Reutlingen GmbH, erklären, wie die 16 Vitamine die Reutlinger Innenstadt beleben sollen. (Foto: Start Stadtmarketing und Tourismus Reutlingen GmbH)
Ein Arbeitskreis klingt zunächst nicht nach Tempo, Aufbruch und sichtbaren Veränderungen. Doch genau ein solcher sollte die Reutlinger Innenstadt wieder attraktiver machen. Im Vorfeld hatten vor allem die Schließungen von Galeria und Breuninger an der Attraktivität der Innenstadt genagt. Vor den Stadttoren lockt zudem die Outletcity Metzingen Konsumenten aus der Stadt – alle Probleme, die auch andere Städte haben, on top. „Die Innenstadt war schon immer wichtig und die gute Stube der Stadt. Aber nach Corona, mit dem veränderten Verbraucherverhalten und den Schließungen von Galeria und Breuninger war uns klar, dass wir uns noch mehr um die Innenstadt kümmern und hier alle Akteure an einem Strang ziehen müssen“, sagt Markus Flammer, Abteilungsleiter Wirtschaftsförderung bei der Stadt Reutlingen, im Gespräch mit schuhkurier. Im April 2024 gründete die Stadt den Arbeitskreis Innenstadt mit dem Auftrag, in einer konzertierten Aktion schnell und spürbar die Innenstadt zu beleben.
Das Ergebnis waren die 16 Vitamine: ein Katalog an Maßnahmen zur Stärkung der Innenstadt, die leicht verständlich sind und deren positive Auswirkungen den Besucherinnen und Besuchern, vor allem aber den Gewerbetreibenden zugutekommen sollen. „Der Begriff Arbeitskreis klingt zäh und ist es oft auch. Aber wir haben uns im Gegenteil als Ziel gesetzt, schnell abzuliefern. Bereits bis zum Sommer 2024 wurden viele Maßnahmen umgesetzt. Die Taktung für die Treffen war deswegen zu Beginn auch sehr eng“, berichtet Yasmin-Miriam Maier, Citymanagerin bei der Start Stadtmarketing und Tourismus Reutlingen GmbH. Der Arbeitskreis wurde von der Stadtspitze angestoßen und mit Vertretern aller Ämter und diversen städtischen Tochtergesellschaften besetzt, die in irgendeiner Form etwas mit der Innenstadt zu tun haben. Die Ämter wurden stärker miteinander verzahnt, um an den Schnittstellen gemeinsame Lösungen zu finden.
Schon in dieser frühen Phase wurden Innenstadt-Akteure wie der lokale Handelsverband RT Aktiv e. V. zurate gezogen und Händler, Gastronomen, Dienstleister und Immobilienbesitzer nach ihren Eindrücken gefragt. „Wir haben uns Gedanken darüber gemacht, was Besuchern in der Stadt wirklich wichtig ist. Dabei kamen wir auf Erreichbarkeit, Sicherheit, Sauberkeit und Aufenthaltsqualität“, fasst Markus Flammer zusammen.