Ziel des Markenmonitors ist es laut SABU-Geschäftsführer Stephan Krug, einen möglichst detaillierten Einblick in die Performance der Lieferanten in den vergangenen Jahren zu erhalten – und das nach diversen Kriterien, die die Beziehung zwischen Handel und Industrie prägen.
Neben der Bewertung der einzelnen Marken wurde auch die aktuelle Stimmung der Händler abgefragt. Diese schätzen die teilnehmenden Händlerinnen und Händler aktuell überwiegend als befriedigend (43%) bis gut (36%) ein. Für 6% läuft es aktuell sogar sehr gut. Als ausreichend bewerten 9% die Lage und 6% der Teilnehmenden sehen sie als ungenügend an. Als größte Herausforderung betrachten die Händlerinnen und Händler aktuell die Kaufzurückhaltung (30%), gefolgt von Kosten- steigerungen (25%) und Arbeitskräftemangel (18%). Ebenfalls, wenn auch weniger, problematisch werden Frequenz (12%), Umsatzsituation (8%) und Vororderquote (7%) gesehen.
Stichwort Vororder: Die große Mehrheit der SABU-Händler erreicht eine Vororderquote von 70 bis 90%. Das bedeutet aus Sicht von Stephan Krug ein sehr hohes Risiko für den Handel. Der SABU-Geschäftsführer macht sich traditionell für eine bessere Risikoverteilung stark – und sieht sich im Rahmen des Markenmonitors auch durch die Händler bestärkt: Mehr als 70% der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wünschen sich eine höhere Nachorderquote. „Es hat sich durchaus etwas bewegt“, sagt Stephan Krug. „Aber es sind noch zu kleine Schritte und sie erfolgen nicht in dem Ausmaß und Tempo, das wir uns wünschen würden.“ Bemühungen von Herstellern, Einzelpaarbestellungen zu ermöglichen oder Nachlieferprogramme aufzusetzen, hebt Krug lobend hervor. „Auch NOS ist ein erster guter Schritt, ohne dass der Hersteller ein zu großes Risiko eingeht“, so Krug. Zugleich betont der SABU-Geschäftsführer: „Wir müssen an einem ausgewogenen Geschäftsmodell arbeiten, und dabei ist die Risikoverteilung ein wichtiges Thema.“
Die Besten des Jahres 2019
Um zu ermitteln, welche Veränderungen sich in den fünf Jahren seit der ersten Erhebung ergeben haben, zunächst ein Rückblick: 2019 gab es die besten Bewertungen in den Kategorien „Service Zentrale & Außendienst“ (2,0), „Konstanz/Verlässlichkeit“ (2,18) und „Lieferzuverlässigkeit“ (2,19). Den Daumen runter gab es in den Kategorien Nachlieferfähigkeit (2,82) und Fachhandelstreue (2,67) – und teils auch starke Abweichungen innerhalb der Lieferanten. Die Gewinner waren vor fünf Jahren im Süden beheimatet: Platz 1 nahm der Rosenheimer Schuhhersteller Gabor ein, auf Platz 2 folgte die Schuhmarke Legero und auf Rang 3 das Kinderschuhfabrikat Superfit.